So tickt Melinda Litzendorf!

08.03.2017

Trotz Schicksalsschlag niemals aufgeben und sich nicht unterkriegen lassen – ein Rat, den die Tätowiererin Melinda Litzendorf nicht nur an andere weitergibt, sondern auch selbst befolgt. Neben ihren Hunden liegt der achtfachen Mutter ganz besonders ihre Familie am Herzen. Welche Rolle ihr Mann in ihrem Leben spielt und warum Snapchat sie so zum Lachen bringt, verrät sie auf REHACARE.de.  

Foto: Melinda Litzendorf; Copyright: privat

© privat

Name: Melinda Litzendorf
Alter: 29
Wohnort: Ein kleiner Ort in Schleswig-Holstein
Beruf: Mutter, Tätowiererin
Behinderung: Rollstuhlfahrerin, querschnittsgelähmt seit 2013 durch häusliche Gewalt vom damaligen Partner

Hier geht es zu Melinda Litzendorfs Facebook-Account: facebook.com/wheelchairmothermelinda

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Melinda Litzendorf: Ich habe über meine Tochter Katharina (13) gelacht, da sie mir einen lustigen Filter bei Snapchat gezeigt hat, wo ihr Gesicht und ihre Stimme verzerrt wurden.

Wir beide haben so sehr gelacht, dass uns der Bauch weh tat.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Melinda Litzendorf: Mein größter Wunsch ist es, einmal mit den Kindern und meinem Mann ins Disneyland zu reisen. Aber bei acht Kindern (davon Leonie, 12, ebenfalls Rollstuhlfahrerin) ist es ganz schön teuer und unerreichbar für uns.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Melinda Litzendorf: Ohne lange überlegen zu müssen: mein Mann Björn. Ich habe ihn nach meinem Unfall kennengelernt und er zeigte mir noch mehr, dass das Leben wunderschön ist. Durch ihn habe ich gelernt, meine Ziele zu verfolgen und weiter zu kämpfen. Es ist nicht immer leicht, aber man sollte alles ausprobieren, nicht den Kopf in den Sand stecken und niemals aufgeben. Er gibt mir Mut, Liebe, Halt, seine Stärke und zeigt mir, dass er trotz des Rollstuhls immer hinter mir steht und dass ich liebenswert bin.

Foto: Melinda Litzendorf und ihr Mann Hand in Hand (von hinten); Copyright: privat

Eine wichtige Person in Melina Litzendorfs Leben ist ihr Mann Björn. Er gibt ihr Mut, Libe und Halt; © privat

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Melinda Litzendorf: Zuerst würde ich die Inklusion von körperlich und geistig benachteiligten Menschen stärker fördern. Und ich würde mich für die Gleichstellung von körperlich behinderten Menschen im Beruf einsetzen. Zusätzlich würde ich den Ausbau von Barrierefreiheit im öffentlichen Leben vorantreiben.

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Melinda Litzendorf: Ich würde meine Rolle selber spielen, da keine Schauspielerin mein Leben so wiedergeben könnte wie ich es durchlebt habe.

Ich wäre gern einmal...

Melinda Litzendorf:
… Bergsteigen gegangen.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Melinda Litzendorf:
Könnte die Medizin mich jemals wieder laufen lassen? Warum werde ich von meiner leiblichen Familie nicht akzeptiert?

Was ich noch sagen wollte …

Melinda Litzendorf: Ich möchte jedem, der einen Schicksalsschlag hatte, den Rat geben niemals aufzugeben, für seine Ziele zu kämpfen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Es lohnt sich auf jeden Fall!