So tickt Peter König!

Alle Menschen sollten so leben können, wie sie es möchten. Doch Peter König weiß, dass dafür erst einmal der Inklusionsgedanke in allen Köpfen ankommen muss – besonders bei den Entscheidern. Dazu trägt er jeden Tag seinen Teil bei. Wie er versucht seinen Wohnort Goslar barrierefreier zu gestalten und wie er über Raul Krauthausen denkt, erzählt er auf REHACARE.de.

21/10/2015

Foto: Peter König; Copyright: Marvin König

Peter König; © Marvin König

Name: Peter König
Alter: 57
Wohnort: Goslar
Beruf: Vollzeitpflege
Bezug zum Thema Behinderung: Meine Lebensgefährtin hat Multiple Sklerose und nutzt einen Rollstuhl.
Hier gibt es mehr Informationen zum Spendenkonzert "Rampen für Goslar" - in der dazugehörigen Facebook-Veranstaltung
Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Peter König: Als wir nach fast 40 Jahren im Juni beim ersten Spendenkonzert mal wieder auf der Bühne gestanden haben und das erste Stück sowas von falsch lief. Da haben wir einen regelrechten Lachflash bekommen. Das hat dann befreit und der Rest lief wie am Schnürchen!

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Peter König: Einmal nach Wacken und richtig abrocken – aber ich habe Panik vor Menschenmassen!

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Peter König: Raul Krauthausen. Er lässt sich durch nichts unterkriegen und kämpft für das, was er erreichen will, auch mit der wirklich nicht leichten Behinderung – ein "Gibt’s nicht" gilt für ihn nicht und er findet einen Weg, auch das "Geht nicht" zu machen!

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Peter König: Da ich weiß, dass der Bundesbehindertenbeauftragte auch nicht so ohne Weiteres etwas durchsetzen kann: Ich würde viel mehr Druck machen, um endlich damit aufzuhören nur zu reden, sondern viel mehr zu handeln. Ich würde dafür sorgen, dass das Bundesteilhabegesetz verabschiedet wird, um die verordnete Armut der Menschen mit Behinderung endlich zu beenden.
Foto: Foto von Goslar mit Schriftzug "Rampen für Goslar"; Copyright: Marvin König

Unter dem Namen "Rampen für Goslar" veranstaltet der gleichnamige Verein mit Peter König als erstem Vorsitzenden am 19.03.2016 ein Spendenkonzert, mit dessen Hilfe die Stadt Goslar etwas barrierefreier gemacht werden soll; © Marvin König

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Peter König: Ich selbst, weil ich diese Rolle ein Leben lang geübt habe – und sie am besten zu mir passt!

Ich wäre gern einmal …

Peter König: vermögend. Dann könnte man effektiver helfen viel Leid zu mildern.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Peter König: Wann lernt die Menschheit endlich in Frieden und Gleichheit zusammen zu leben, niemanden auszugrenzen und füreinander da zu sein?

Was ich noch sagen wollte ...

Peter König: Ich bitte alle Menschen, sich weiterhin für unsere behinderten Mitmenschen einzusetzen und ihnen so gut es geht zu helfen. Denn niemand hat sich seine Behinderung ausgesucht!