So tickt Sabine Marina!

Um Menschen über Multiple Sklerose aufzuklären und sie zu sensibilisieren, wählt Sabine Marina am liebsten das Medium Film. In der Dokumentation "Kleine graue Wolke" hat sie sogar bereits ihr eigenes Leben verfilmt. Wen sie in einer noch aufwendigeren Version gerne in ihrer Rolle gesehen hätte und was sie gerne mal am Hamburger Hauptbahnhof tun würde, erzählt sie auf REHACARE.de.

02.12.2015

Foto: Sabine Marina; Copyright: privat

Sabine Marina; © privat

Name: Sabine Marina
Alter: 29
Wohnort: Hamburg
Beruf: Filmproduzentin, Regisseurin
Behinderung: Multiple Sklerose seit 2011
Mehr über und von Sabine Marina unter: www.kleinegrauewolke-blog.de
Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Sabine Marina: Vor wenigen Stunden mit meinen Arbeitskollegen über ein skurrile Situation während eines Drehs.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Sabine Marina: Zu voll aufgedrehter Musik durch den überfüllten Hamburger Hauptbahnhof tanzen. Dazu hab ich wohl einfach zu viele Hemmungen und bin zu wohlerzogen.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Sabine Marina: Da gibt es drei ganz große: 1) Mein erster Freund hat mir beigebracht, mich selbst zu reflektieren. 2) Professor Randy Pausch hat mich dazu inspiriert, für jeden meiner Träume zu kämpfen und zu sein wer und was ich will. Und last but not least: 3) Mein Ehemann, der mir gezeigt hat, wie man das Leben genießt.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Sabine Marina: Da gibt es so viele Dinge. Ich denke als eines der ersten würde ich anfangen, die finanziellen Ungerechtigkeiten abzuschaffen, Stichwort gerechtes Bundesteilhabegesetz. Aber auch Inklusion in Kindergärten und Schulen finde ich so wichtig, damit der Umgang mit Behinderungen so früh wie möglich normal wird.
Foto: Startbild des Filmes "Kleine graue Wolke"; Copyright: Sabine Marina

Als Sabine Marina die Diagnose Multiple Sklerose bekam, bezeichnete der Arzt diese als "kleine graue Wolke". Später benannte Sabine Marina ihren Dokumentarfilm über sich und ihre Erkrankung danach; © Sabine Marina

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Sabine Marina: Mmh... Mein Leben wurde ja nun schon verfilmt, aber wenn ich genug Geld gehabt hätte, würde ich wohl jemanden wie Claire Danes an meiner Stelle sehen. Ich empfinde sie als das richtige Maß an Zurückhaltung auf der einen Seite und Leidenschaft an der richtigen Stelle auf der anderen Seite.

Ich wäre gern einmal …

Sabine Marina: im Weltall.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Sabine Marina: Ich wünsche mir eher Veränderung anstatt Antworten: Warum gibt es so viele Menschen, die sich über andere stellen und nicht erkennen, dass jeder Mensch gleich ist? Warum sind so viele Menschen gewalttätig?

Was ich noch sagen wollte ...

Sabine Marina: Alles im Leben hat zwei Seiten und es bleibt einem selbst überlassen, welche davon das größere Gewicht bekommt.