So tickt Silke Pan!

01.02.2017

Inklusive Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung liegen Silke Pan sehr am Herzen. Deswegen sollte ihrer Meinung nach Inklusion schon so früh wie möglich gelehrt und gelebt werden. Wie sie mehr Frieden in die Welt bringen wollen würde und warum das Leben generell eine einzigartige Chance ist, erzählt sie auf REHACARE.de.

Foto: Silke Pan; Copyright: Anny Thirion - 2point8.ch

© Anny Thirion - 2point8.ch

Name: Silke Pan
Alter: 43
Wohnort: Fully, Schweiz
Beruf: Dekorateurin / Sport Handbike
Behinderung: Paraplegie nach einem Unfall
Mehr über Silke Pan unter: www.silkepan.com

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Silke Pan: Es war auf dem Weihnachtsmarkt, wo mein Ehemann den Weihnachtsmann verkörperte. Ein kleiner sechsjähriger Junge schimpfte seine Mama, weil sie ihn angelogen hätte als sie ihm sagte, den Weihnachtsmann gäbe es nicht. Er sagte: "Schau doch, hier ist er, der echte Weihnachtsmann!"

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Silke Pan: Woran ich lange gedacht habe, ist für kranke Kinder im Spital den Clown zu spielen – um ihnen damit wieder ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, ihnen Lebensmut zu geben und erlauben entweder schneller zu heilen oder mit Frieden im Herzen dieses Leben zu verlassen. Die ersten Schritte in diese Richtung waren unternommen, aber aus zeitlichen, praktischen und finanziellen Gründen habe ich es schließlich nicht weitergeführt. Ich musste mich auf dringendere Angelegenheiten in meinem Leben konzentrieren.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Silke Pan: Ich lasse mich immer wieder von verschiedenen Menschen inspirieren. Das können Personen sein, die mir im Alltag begegnen, oder berühmte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Tänzer, Bergsteiger oder Musiker. Künstler beeinflussen mich durch ihr Talent, Gefühle zu transzendieren und darzustellen und Bergsteiger oder Sportler durch ihre starke Willenskraft, Durchsetzungsvermögen und Selbstdisziplin. All das sind Eigenschaften, die jedem von uns hilfreich sein können – ob Hausfrau, Manager oder Leistungssportler.

Ich lasse mich auch gerne von Büchern über die unterschiedlichen Philosophien und Weltreligionen beeinflussen und suche darin den roten Faden, der sie alle miteinander verbindet. Das erlaubt mir die Menschen, ihre Kultur und Umgebung besser zu verstehen.

Foto: Silke Pan und ihr Ehemann; Copyright: Anny Thirion - 2point8.ch

Silke Pan und ihr Ehemann auf Tour; © Anny Thirion - 2point8.ch

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Silke Pan: Es wäre sicherlich vorteilhaft, wenn eine Person, die selber eine Behinderung hat, diesen Posten vertreten könnte. Die Rechtslage in Deutschland kenne ich nicht, doch ich finde es im Allgemeinen wichtig, Inklusionsgedanken zu verbreiten und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, so dass Menschen mit einer Behinderung schlussendlich dieselben Möglichkeiten wie alle anderen bekommen. Eines meiner wichtigsten Bestreben wäre es Kindern beizubringen, mit Behinderung und Krankheit umzugehen. Ich fände es angebracht, sie schon im jungen Alter mit geistiger und körperlicher Behinderung zu konfrontieren und ihnen beizubringen, nicht nach dem äußeren Anschein zu urteilen. Sie sollten erkennen können, dass der behinderte oder kranke Mensch im Grunde ganz ähnlich wie sie und genauso wertvoll wie alle anderen ist.

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Silke Pan:  Eine schwierige Frage! Zum Glück bin ich nicht Casting Director! Dazu müsste ich viel häufiger ins Kino und Theater gehen und den Nachwuchsbereich kennen. Die zwei Schauspielerinnen, die mir spontan in den Sinn kommen, sind Charlotte Gainsbourg und Audrey Tautou. Äußerlich gäbe es da allerdings noch ein paar Anpassungen zu machen. 

Ich wäre gern einmal...

Silke Pan: 
Ich würde mich gerne ab und zu ganz sporadisch in einen großen starken Mann oder eine ähnliche imposante Gestalt verwandeln können und schnell dorthin kommen können, wo Unheil und Gewalt herrschen. Ich wünschte, ich könnte somit Menschen abschrecken, die dabei wären eine grausame Tat zu begehen und sie dazu bringen so etwas nie mehr zu tun – ob aus Furcht, Respekt oder aus Gewissen. Hauptsache ich könnte etwas bewirken und dazu beitragen, dass es mehr Frieden auf dieser Welt gibt.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Silke Pan: 
Was ist unter dem Begriff zu verstehen, den wir ganz allgemein Gott nennen?

Was ich noch sagen wollte …

Silke Pan: Man hat nicht immer, was man sich wünscht, aber man kann lernen sein Leben zu lieben, so wie es ist. Das Leben ist eine Chance etwas Großartiges zu gestalten, wir sollten sie nutzen. Die Werkzeuge, die uns gegeben wurden, sind von einem Menschen zum anderen unterschiedlich. Das ist das Spannenden daran. Das Gesamtwerk der Menschheit wird daraus vielseitig, bunt und bereichernd.