So tickt Sven Neeb!

Schlagfertig und "positiv bekloppt" beobachtet Sven Neeb sein Umfeld und unsere Gesellschaft. Auf Mitleid und überfürsorgliche Hilfsangebote von Fremden kann der selbstbewusste junge Mann gut verzichten. Viel wichtiger ist ihm die Umsetzung von Inklusion und Barrierefreiheit. Warum er als Bundesbehindertenbeauftragter als erstes die Hilfsmittelversorgung anpacken würde, erzählt er auf REHACARE.de.

24.06.2015

Foto: Sven Neeb; Copyright: Wunderl Fotografie

Sven Neeb; © Wunderl Fotografie

Name: Sven Neeb
Alter: 19
Wohnort: Bergisch Gladbach
Beruf: Ab August: Kaufmann für Büromanagement
Behinderung: Spastische Diplegie in den Beinen, durch den dauerhaften Rollstuhlgebrauch Rückenschmerzen
Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Sven Neeb: Das letzte Mal ist nicht so lange her. Eigentlich kann man sagen, dass ich immer und über alles lache – egal, wie es andere sehen. Etwas Spezielles kann ich nicht hervorheben.

Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Sven Neeb: Ich habe eigentlich schon alles getan, was ich mir so vorgenommen habe. So weiß ich momentan noch nicht, warum ich mich vor etwas drücken müsste.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Sven Neeb: Ich wüsste gar nicht, welcher Mensch mich so stark beeinflusst, und warum. In der heutigen Welt wird man eigentlich von jeder Person beeinflusst, also müsste die Frage doch heißen: "Welcher Mensch hat Sie bisher so akzeptiert wie Sie sind?"

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Sven Neeb: Ich würde die Hilfsmittelversorgung und die anderen Sachen, die für behinderte Menschen und ein normales Leben wichtig sind, vereinfachen.
Foto: Sven Neeb; Copyright: privat

In seiner Freizeit widmet sich Sven Neeb dem Sport und spielt leidenschaftlich gerne Rollstuhlbasketball; © privat

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Sven Neeb: Luke Mockridge (Comedian), denn er ist ein positiv Bekloppter – wie ich es bin. Also würde er meinen Charakter gut wiederspiegeln.

Ich wäre gern einmal …

Sven Neeb: Bundespräsident.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Sven Neeb: Warum ist es so schwer, ein Hilfsmittel, das man braucht, bezahlt zu kommen? Was ist mit "Inklusion" in Deutschland? Ich höre immer, dass sich was in Deutschland an der Barrierefreiheit tun wird. Aber wann wird das alles umgesetzt?

Was ich noch sagen wollte ...

Sven Neeb: Wir Menschen mit Behinderung sind auch nur Menschen und ein Teil der Gesellschaft wie jeder andere auch! Außerdem wollen wir normal behandelt werden und wollen kein Mitleid erregen, wenn dann überhaupt Respekt! Wir lernen mit der Zeit, mit unseren Defiziten zu leben, und da sollten die Menschen nicht denken, dass wir in allen Belangen hilflos sind. Wenn wir Hilfe brauchen, dann melden wir uns schon. Da muss dann auch keiner einfach willkürlich zupacken, weil er meint, helfen zu müssen.