So tickt Udo Sist!

Udo Sist wünscht sich eine tolerante Gesellschaft, die sich jeder Intoleranz und Diskriminierung in den Weg stellt. Doch er weiß, dass es noch sehr viele intolerante Personen gibt, die er immer wieder darauf aufmerksam machen muss, „dass wir alle nur Menschen sind“. Welche Erfahrungen er außerdem mit Menschen und auch den Medien macht und wer einer seiner besten Freunde ist, erzählt er auf REHACARE.de.

20/01/2016

Foto: Udo Sist; Copyright: Normalo TV e.V.

Udo Sist; © Normalo TV e.V.

Name: Udo Sist
Alter: 28
Wohnort: Potsdam
Beruf: Vorsitzender von Normalo TV e.V.
Behinderung: Sitze seit der Geburt im Rollstuhl (Spastische Tetraparese)

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht und worüber?

Udo Sist: Ich lache jedes Mal herzhaft, wenn die Medien über Menschen mit Behinderung berichten und man merkt, sie haben keinen Plan, wie es ist behindert zu sein.
 
Was wollten Sie schon immer einmal machen und warum haben Sie sich bisher nicht getraut?

Udo Sist: Mein Motto lautet: Mache alles, was du schon immer machen wolltest, und gib der Angst keine Chance - denn du lebst nur einmal.

Welcher Mensch hat Sie bisher am meisten beeinflusst? Und warum?

Udo Sist: Es ist definitiv mein Vater, denn er lässt sich von keiner Hürde ausbremsen. Ich gebe zu, er ist ein bisschen irre. Aber das stört mich nicht.

Sie haben die Chance Bundesbehindertenbeauftragte/r zu werden. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Udo Sist: Was soll ich schon ohne die richtigen Kompetenzen tun können?
Foto: Udo Sist im Rollstuhl auf dem Bahnsteig; Copyright: Normalo TV e.V.

Udo Sist ist immer mit der Kamera unterwegs; © Normalo TV e.V.

Ihr Leben wird verfilmt: Wer würde Sie verkörpern und warum gerade diese Person?

Udo Sist: Definitiv Til Schweiger, weil er im Film "Wo ist Fred" einen guten Rollstuhlfahrer abgegeben hat.

Ich wäre gern einmal …

Udo Sist: Bergsteiger.

Auf welche Fragen wünschen Sie sich eine Antwort?

Udo Sist: Warum ist der Mensch, wie er ist? Warum ist er nicht anders?

Was ich noch sagen wollte ...

Udo Sist: Ich bin nicht an meinem Rollstuhl gefesselt. Ich meistere auch nicht mein Leben oder leide an meiner Behinderung. Mein Rollstuhl ist einer meiner besten Freunde und gemeinsam genießen wir das Leben.