Soziale Roboter - programmierbar für jedermann

27.07.2016

Anwendungsbereiche für die sozialen Roboter des Startups LuxAI können beispielsweise das Bildungs- oder das Gesundheitssystem sein, wo sie Ausbilder und Therapeuten bei ihrer Arbeit unterstützen: So können die Roboter darauf programmiert werden, mit Kindern Vokabeln zu üben oder mit Schlaganfallpatienten Übungen zur Rehabilitation zu machen.

Bild: Zwei Forscher sitzen neben einem kleinen weißen Roboter; Copyright: ScienceRELATIONS

Gründer und CEO Dr. Pouyan Ziafati mit Mitgründerin und Chief Medical Officer Aida Nazariklorram; ©ScienceRELATIONS

Für die Entwicklung seines Roboters ist LuxAI bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden: Es gewann den dritten Preis beim Wettbewerb "Pitch your start-up", bei dem es 90 Teilnehmer aus Luxemburg, Frankreich, Deutschland, Italien und sogar Korea gab.

Beim "Pirate Summit Luxembourg" qualifizierte sich LuxAI für das Pirate Summit Global - eine europäische Start-up-Konferenz, die im September in Köln stattfindet. Und schließlich gewann LuxAI Anfang Juli den ersten Preis beim Mind & Market Forum in Luxemburg.

Das "AI" in LuxAI steht für Artificial Intelligence, oder auf Deutsch "Künstliche Intelligenz". "Roboter, die mit Menschen interagieren sollen, müssen sehr schnell eine große Menge an Informationen verarbeiten und ihr Verhalten an die Interaktion anpassen", sagt der Chef von LuxAI, Dr. Pouyan Ziafati.

Ziafati hat seine Doktorarbeit zur Künstlichen Intelligenz und zu Robotics am Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität Luxemburg geschrieben - und darauf aufbauend LuxAI gegründet. "Unser Roboter ist der erste soziale Roboter aus Luxemburg", sagt Ziafati: "Wir haben den Prototypen bereits Praxistests unterzogen. Dabei hat er sehr gute Noten für seine soziale Erscheinung, Emotionalität und leichte Handhabbarkeit bekommen."

Herzstück eines jeden Roboters ist seine Programmierung, die Software. Bei LuxAIs sozialem Roboter beruht sie auf einer so genannten Robot Agent Programming Language, die Ziafati für seine Promotion entwickelt und auf die Erfordernisse sozialer Roboter angepasst hat. Solche Programmierungen sind allerdings nur IT-Experten möglich. "Praktiker, die einem Roboter beispielsweise das Training von Schlaganfallpatienten beibringen wollen, können sich da nicht einarbeiten", sagt Ziafati: "Sie brauchen eine Schnittstelle, mit deren Hilfe sie den Roboter intuitiv programmieren können."

Genau diese Schnittstelle hat LuxAI in Zusammenarbeit mit dem Autonomous Robot Lab der Computer Science and Communications Research Unit (CSC) der Universität Luxemburg entwickelt. Sie basiert auf dem in Smartphones weit verbreiteten Android-System und kann soziale Roboter für den Massenmarkt tauglich machen, wie Ziafati meint: "Die ersten Tests mit unserem Roboter haben IT-Laien gemacht. Sie konnten die Roboter innerhalb von 20 Minuten für ihre Zwecke programmieren. Unsere Software ermöglicht das jedermann." Anwendungsmöglichkeiten sieht Ziafati in vielen Feldern: Bei der Lernunterstützung für autistisch veranlagte Kinder, in Schulen, im Unterhaltungsbereich oder in der Geriatrie.

"Soziale Roboter werden qualifiziertes Personal niemals ersetzen - aber sie können es unterstützen, weil sie grenzenlos Zeit haben und Routineaufgaben übernehmen können", so Ziafati. LuxAI arbeitet jetzt mit der Fondation Autisme Luxembourg und drei Departments der Universität Luxemburg an Anwendungen für die Therapie von Autismus, Verhaltenstherapie, Geriatrie und Fremdsprachenunterricht im Kindergarten.

Über die Gründung und den schnellen Erfolg von LuxAI freut sich auch Prof. Björn Ottersten, Direktor des SnT: "LuxAI zeigt, dass unsere Anstrengungen, Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen von hohem gesellschaftlichem Nutzen zu überführen, zunehmend Früchte tragen. Bei unseren Wissenschaftlern wächst immer häufiger der Wunsch, ihre Erkenntnisse auch unternehmerisch zu nutzen. Darin unterstützen wir sie systematisch." Bei LuxAI geschieht dies im Rahmen des Proof of Concept-Förderprogramms des FNR. "Damit konnten wir den ersten Prototypen unseres Roboters entwickeln", sagt Ziafati: "Jetzt werden wir daraus ein erfolgreiches Produkt machen."

REHACARE.de; Quelle: Universität Luxemburg

Mehr über die Universität Luxemburg unter: www.uni.lu