Sozialhelden gewinnen Deutschen Mobilitätspreis für Aufzugstörungsmelder

24.10.2016

Die Initiative "Deutschland – Land der Ideen" und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gaben nun zehn herausragende digitale Innovationen für intelligente Mobilität bekannt. Das Projekt "BrokenLifts" der Sozialhelden ist eines davon.

Foto: Übergabe der Urkunde zum Deutschen Mobilitätspreis; Copyright: Deutschland – Land der Ideen / Christof Rieken

Alexander Pilz (VBB), Angelika Simon (S-Bahn Berlin), Andreas Henkel (.Henkelhiedl), Jonas Deister, Andi Weiland (beide Sozialhelden) und Susanne Henckel (Geschäftsführerin VBB) halten die Urkunde zum Deutschen Mobilitätspreis; © Deutschland – Land der Ideen / Christof Rieken

Der Berliner Verein Sozialhelden e.V. wurde für sein Projekt "BrokenLifts" mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2016 ausgezeichnet. Auf der Webseite www.brokenlifts.org können sich Menschen informieren, welche Aufzüge an Berliner S- und U-Bahnstationen aktuell funktionieren oder nicht. Diese Information ist besonders wichtig für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, aber auch Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Rollatoren oder Reisende mit schwerem Gepäck. In Kooperation mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der S-Bahn Berlin und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wurden Daten auf einer Webseite zusammengetragen, um schnell und leicht herauszufinden, ob ein Aufzug funktioniert oder nicht. Die Webseite wurde technisch von der Agentur Henkelhiedl umgesetzt.

"Für mich als Rollstuhlfahrer ist es ein großes Hindernis, wenn ich nicht weiß, ob ein Aufzug funktioniert oder nicht, weil ich komplett darauf angewiesen bin", erklärt Sozialhelden-Vorstand Raul Krauthausen. “Dadurch habe ich oft Umwege von 30 Minuten oder mehr.” Hier fehlte bislang ein zentrales Informationsangebot mit Echtzeitdaten zum Funktionsstatus von Aufzügen, mit dessen Hilfe sich der Alltag für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen planbarer gestalten lässt. Diese Lösung setzten die Sozialhelden um.

"Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, weil sie uns motiviert an dem Projekt weiter zu arbeiten und es auch über Berlin hinaus anzubieten", erklärt Sozialhelden Geschäftsführer Jonas Deister auf der Preisverleihung. Mit den großen Aufzugsherstellern Schindler und thyssenkrupp wurden auch schon erste Interessenten gefunden.

"Als wir das erste Mal von BrokenLifts gehört haben, waren wir von der Idee begeistert, weil es genau unserer Philosophie entspricht: den Alltag der Menschen durch Aufzüge zu vereinfachen", erklärt Sascha Frömming von thyssenkrupp. "Natürlich sind auch die modernsten Aufzüge mal außer Betrieb, um beispielsweise gewartet zu werden. Aber in der Zwischenzeit wollen wir die Menschen gerne darüber informieren, damit die Mobilität nicht eingeschränkt wird", so Frömming weiter.

Ziel der Sozialhelden ist es, die Informationsangebote zu Aufzugstörungen bundesweit und international auszubauen. Der Verein wünscht sich dafür Kooperationen mit weiteren interessierten Partnern. "Neben den Aufzugsherstellern möchten wir auch gerne mit regionalen Verkehrsverbünden über Lösungen sprechen. Das Projekt ist so gebaut, dass es auch auf andere Regionen übertragbar ist", so Jonas Deister.

Gemeinsam mit dem VBB, der BVG und S-Bahn Berlin haben die Sozialhelden offene Informationsschnittstellen geschaffen, damit sich die über 600.000 Menschen mit Behinderung in Berlin und Brandenburg informieren können. Dieses bisher einmalige Projekt wurde jetzt mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Mit "BrokenLifts" gehören die Sozialhelden zu den zehn Preisträgern des Deutschen Mobilitätspreises, der in diesem Jahr gestartet ist. Im Rahmen des Wettbewerbs prämieren die Initiative "Deutschland – Land der Ideen" und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Wettbewerbsjahr 2016 wegweisende Best-Practice-Projekte zum Schwerpunktthema Teilhabe. Auf www.brokenlifts.org bieten die Sozialhelden eine innovative digitale Lösung, um Mobilität intelligenter zu machen, indem sie Informationen rund um Aufzugsstörungen an Berliner S- und U-Bahn Stationen gebündelt anzeigen.

Deutschlandweit bewarben sich rund 350 Start-ups, Unternehmen, Verbände und Forschungsinstitutionen mit ihren Projekten zum Thema Intelligente Mobilität. Eine 16-köpfige Expertenjury unter dem Vorsitz von Dorothee Bär, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, kürte die zehn Preisträgerprojekte des Wettbewerbs. Gemeinsam mit Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative "Deutschland – Land der Ideen", würdigte sie gestern Abend die Projektverantwortlichen der zehn Preisträger im Bundesverkehrsministerium in Berlin.

REHACARE.de; Quelle: Sozialhelden e.V.

Mehr über die Sozialhelden unter: www.sozialhelden.de