Sozialhelden gewinnen internationalen Preis für inklusive Bild-Datenbank

14.12.2016

Der Berliner Verein Sozialhelden e.V. veröffentlichte in diesem Jahr die Fotodatenbank Gesellschaftsbilder.de. Die Fotos sollen die Vielfalt der Gesellschaft abbilden. Für dieses und für das Projekt Leidmedien.de bekamen die Sozialhelden nun den internationalen "Ruderman Preis für Inklusion".

Foto: Kleinwüchsige Fotografin fotografiert junge Frau im Rollstuhl; Copyright: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Neue Perspektiven: Für die Bilddatenbank Gesellschaftsbilder.de entstehen Fotos auf Augenhöhe, die Redaktionen für eine klischeefreie Berichterstattung zum Thema Behinderung nutzen können; © Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

"Gesellschaftsbilder.de - Die Fotodatenbank für neue Perspektiven" heißt ein neues Projekt des gemeinnützigen Berliner Vereins Sozialhelden e.V. Das Online-Angebot richtet sich an Redaktionen, Medienmacher und Blogger und alle Interessierten, die für ihre Arbeit Bilder fernab von Klischees suchen. Die Fotodatenbank hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden. Sie enthält momentan über 1.000 Bilder zu verschiedenen Behinderungen, Themen, Persönlichkeiten und Veranstaltungen. Die Fotos sind für die redaktionelle Nutzung kostenfrei.

Das Projekt ist aus dem Portal Leidmedien.de hervorgegangen, das sich seit einigen Jahren mit der Sprache in der Berichterstattung über Menschen mit Behinderung auseinandersetzt. Die Sozialhelden wollen mit Gesellschaftsbilder.de und Leidmedien.de die Darstellung von Menschen mit Behinderung in den Medien und der Gesellschaft verändern. Dafür haben sie nun den internationalen "Ruderman Preis für Inklusion" bekommen. Die Ruderman Family Foundation ist eine in den USA ansässige Stiftung, die sich weltweit für die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft einsetzt und Projekte unterstützt, die dieses Ziel vorantreiben.

"Indem sie die wichtigsten Storyteller, Journalisten und Journalistinnen, erreichen, verändern die Sozialhelden nachhaltig das Bild, das über Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit vermittelt wird. Sie geben den Journalisten das Werkzeug an die Hand, um Klischees, Floskeln und einseitige Fremddarstellungen zu durchbrechen. Damit werden nicht nur die Medienmacher erreicht, sondern auch deren hunderttausende Konsumenten. Wir freuen uns sehr, sie dabei zu unterstützen, um eine noch größere Reichweite zu erlangen", begründet Jay Ruderman, Präsident der Ruderman Family Foundation, die Auszeichnung.

"Wir fühlen uns sehr geehrt, zusammen mit vier anderen großartigen Projekten, wie zum Beispiel AXS Maps in den USA, diese internationale Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen. Es bestätigt uns in dem Bewusstsein, dass es im Feld der Mediendarstellung und Behinderung noch einiges zu tun gibt", sagt Raúl Krauthausen, Vorsitzender des Berliner Sozialhelden e.V. "Sprache und Bilder verbinden sich zu einem Abbild gesellschaftlicher Wirklichkeit und können dabei helfen, die Gesellschaft zu verändern und inklusiver zu gestalten", fügt Krauthausen hinzu.

Der "Ruderman Prize in Inclusion" stellt Projekte ins Rampenlicht, deren Arbeit beispielhaft ist für die Inklusion von Menschen mit Behinderung. Der Preis ist mit 50.000 US-Dollar dotiert und würdigt die Gewinner als Inspiration und als Vorbilder, die anderswo nachgeahmt werden können.

Das Geld für die Sozialhelden kommt direkt den gemeinnützigen Projekten des Vereins zugute, die weiter das Ziel verfolgen, die Medienlandschaft in Richtung einer vielfältigeren Berichterstattung zu beeinflussen.

Ein Beispiel, wie sich das Bewusstsein für eine klischeefreie Mediengestaltung in Bild und Text zu einem redaktionellen Gesamtkonzept verbinden lässt, haben die Sozialhelden und die Tageszeitung TAZ mit der Ausgabe vom 2. Dezember 2016 gezeigt. Die Sonderausgabe enthielt unter dem Motto "Über uns - mit uns" fast ausschließlich Beiträge von Gastautoren, die selbst eine Behinderung haben. Fotos von Gesellschaftsbilder.de wurden zur Bebilderung verwendet.

REHACARE.de; Quelle: Sozialhelden e.V.

Mehr über die Sozialhelden unter: www.sozialhelden.de