Speed-Dating bringt Jugendliche mit Behinderung und Arbeitgeber zusammen

Über 70 Schüler mit Behinderung haben sich in der Kölner Johann-Joseph-Gronewald-Schule des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) bei einem Speed-Dating für Betriebspraktika und Ausbildungsstellen bei sieben Großunternehmen aus dem Rheinland vorgestellt. Das LVR-Integrationsamt, der Integrationsfachdienst (IFD) Köln und die Bundesagentur für Arbeit hatten das Speed-Dating organisiert, um junge Menschen mit Behinderung und potentielle Arbeitgeber zusammenzubringen.

09.03.2016

 
Foto: Schüler und potentieller Arbeitgeber beim Job-Speed-Dating in Köln; Copyright: Paul Esser/LVR-Integrationsamt

Der 17-jährige Dennis Meurer aus Köln (M.) informierte sich beim Speed-Dating für Ausbildung und Praktika mit seiner Mutter Heidi Meurer (r.) bei Stefan Noppenberger (l.), Personalreferent der real SB Warenhaus GmbH; © Paul Esser/LVR-Integrationsamt

Für viele der Jugendlichen war das Speed-Dating ein voller Erfolg. Der 17-jährige Dennis Meurer aus Köln besucht die Offene Schule Rodenkirchen und führte ein langes Gespräch am Stand der real SB Warenhaus GmbH. "Ich interessiere mich vor allem für die Dienstleistungsbranche und habe auch schon Praktika in Hotels und in der Jugendherberge gemacht. Mir ist es wichtig, dass ich etwas mit Menschen zu tun habe." Auch Rene Hartmann aus Köln, der auf die LVR-Schule Belvedere geht, hat einen wichtigen Schritt in Richtung Arbeitsleben gemacht und seine Unterlagen bei der Metro Group hinterlassen. "Ich würde gerne in der Lagerlogistik arbeiten. Mein Ziel ist es, nach einem Praktikum dort auch einen Ausbildungsplatz zu bekommen."

Der Übergang von der Schule in das Berufsleben ist besonders für Jugendliche mit Behinderung eine große Herausforderung. Die Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen ist schwierig und für viele führt der Weg häufig noch immer in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig finden viele Unternehmen nicht genügend Bewerber, obwohl sie auch für die Einstellung junger Menschen mit Behinderung offen sind.

"Beim Speed-Dating haben beide Seiten die Chance, schnell und persönlich ins Gespräch und vielleicht auch 'ins Geschäft' zu kommen", sagt Frauke Borchers vom LVR-Integrationsamt, das den Übergang von jungen Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben fördert. "Der persönliche Eindruck unterstützt die Bewerbung nachhaltig", ergänzt Sara Borasch von der Großkundenberatung der Bundesagentur für Arbeit. Die Großkundenberatung berät große Unternehmen, die Bewerberinnen und Bewerber mit Behinderung suchen und hat unter anderem Metro, die Bayer AG, McDonalds und die Deutsche Post DHL Group für das Speed-Dating gewonnen.

Das LVR-Integrationsamt und seine Partner planen, auch in anderen Städten und Kreisen des Rheinlands die Speed-Datings für Jugendliche mit Behinderung zu organisieren. Um junge Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in das Berufsleben zu unterstützen, benötigen sie schon während der Schulzeit eine umfassende Berufsorientierung und Unterstützung sowie eine Begleitung beim Einstieg in das Arbeitsleben. Das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt "STAR – Schule trifft Arbeitswelt – Integration (schwer)behinderter Jugendlicher" unterstützt den Übergang von jungen Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem MSW NRW, dem MAIS NRW und der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit. Dabei setzt STAR frühzeitig ein, die Integrationsfachdienste begleiten die Jugendlichen bereits ab Klasse acht bis in die Einstiegsphase.

Das Angebot richtet sich an Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf der Förderschwerpunkte Körperlich-motorische Entwicklung, Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen und Sprache – sowie an alle Schülerinnen und Schüler mit Schwerbehindertenausweis an Förderschulen und Schulen des Gemeinsamen Lernens.

REHACARE.de; Quelle: Landschaftsverband Rheinland (LVR)

Mehr über den Landschaftsverband Rheinland (LVR) unter: www.lvr.de