Sport aus dem alten China auf der REHACARE

26.09.2014
Foto: Ute Ganz mit ihrer Tai Chi Chuan-Gruppe

Ute Ganz ist die Leiterin der Qigong-Gruppe des BSV Gut Frohnhof e.V. aus Köln; © Messe Düsseldorf

Die alten chinesischen Sportarten Tai Chi Chuan und Qigong brachten heute Ruhe und Kraft ins Sport-Center. Auf der Sportbühne in Halle 7a präsentierte sich vormittags die Qigong-Gruppe des BSV Gut Frohnhof e.V. aus Köln. Nachmittags war dann die Tai Chi Chuan-Gruppe der Lebenshilfe Oberhausen an der Reihe.

 
 

"Qigong tut gut", sagt Ute Ganz fröhlich. Die Trainerin und ihre Sportgruppe haben gerade ihren Auftritt auf der Bühne im Sport-Center beendet. In schwarz-roter Trainingskleidung demonstrierte die Gruppe die ruhigen und gleichmäßigen Bewegungen der alten chinesischen Sportart.

"Qigong beruht auf den Grundsätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin, wie zum Beispiel auch Akupunktur", sagt Ganz. "Den Körper durchziehen die Meridiane, auf denen die Energie fließt. Ist dieser Energiefluss gestört, wird der Mensch krank." Qigong-Übungen helfen diesen Energiefluss zu erhalten oder zu verbessern. Zusätzlich fördern sie die Konzentration, Koordination und die Kräftigung der Muskulatur, wie die Gruppenleiterin erklärt.

In ihrer Gruppe trainiert Ganz Menschen mit Lernschwierigkeiten (auch "geistige Behinderung" genannt). "Qigong kann von jedem in seinen individuellen Möglichkeiten ausgeübt werden. Die Übungen können im Stehen, Sitzen oder sogar im Liegen durchgeführt werden. Die Möglichkeit der Nachahmung und die ständigen Wiederholungen in den Übungsfolgen ermöglichen es auch Menschen mit Lernschwierigkeiten die Übungen zu erlernen."

 
 
Foto: Ute Ganz mit ihrer Qigong-Gruppe

In der Ruhe liegt die Kraft. Die Qigong-Gruppe des BSV Gut Frohnhof e.V. führt unter der Leitung von Ute Ganz im Sport-Center eine Qigong-Choreographie auf; © Messe Düsseldorf

Am frühen Nachmittag trat dann die integrative Tai Chi Chuan-Gruppe aus Oberhausen auf. Auch diese Sportart kommt aus China und eignet sich genauso gut für Menschen ohne als auch mit einer Behinderung. "Bei regelmäßigem Üben sind die Bewegungen der Teilnehmer mit Behinderung kaum mehr von denen der nichtbehinderten zu unterscheiden", sagt der Trainer Ernst Huckfeldt. "Tai Chi Chuan geht zunächst über die Seele und nicht über den Intellekt. Es wird über den Körper gefühlt. Nach einigem Üben regt es jedoch die geistigen Fähigkeiten der Menschen an."

Tai Chi Chuan harmonisiert auf natürliche Weise sowohl Körper als auch Seele und Geist. Es fördert eine gesunde Atmung, Haltung und Beweglichkeit. Zudem unterstützt es die Konzentration und baut Stress ab, wie Huckfeldt betont. "In kurz und knapp: Tai Chi Chuan ist ein Training für Körper, Geist und Seele."

Ob Tai Chi Chuan oder Qigong – viele Menschen haben alte chinesische Sportarten für sich entdeckt. Denn die Ruhe und Kraft, die diese vermitteln, können alle gut gebrauchen. Ob die Teilnehmer eine Behinderung haben oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Davon konnten sich auch die Zuschauer im Sport-Center auf der REHACARE 2014 überzeugen.

 
 
Foto: Michalina Chrzanowska

© Barbara Frommann-Czernik




Michalina Chrzanowska
REHACARE.de