Steffi Nerius: "Der Behindertensport hat sich enorm weiterentwickelt"

18.11.2015
Foto: Steffi Nerius und Markus Rehm

Steffi Nerius und Markus Rehm beim Training in Leverkusen; © DBS

Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius leitet seit Kurzem in Leverkusen das Sportinternat, wird dem Behindertensport aber als Trainerin von Markus Rehm mindestens bis zu den Paralympics in Rio 2016 erhalten bleiben.

Seitdem Markus Rehm 2008 zum TSV Bayer 04 Leverkusen wechselte, wird er von Steffi Nerius trainiert. Sie sind ein eingespieltes Team. Nerius ist seit 2002 in Leverkusen tätig und hat dort den Behindertensport vorangetrieben. Nicht zuletzt, weil sie die erste hauptamtliche Trainerin im Behindertensport in Deutschland ist, sondern weil sie mit ihren Athleten auch zahlreiche Erfolge feiern durfte. Die "Sportlerin des Jahres" von 2009 führte Athleten wie Andrea Hegen, Mathias Mester und eben Markus Rehm zu vier Paralympics-Medaillen – hinzu kommen Weltrekorde und zahlreiche weitere internationalen Medaillen. "Sie ist eine Weltklasse-Athletin und kann ihre außergewöhnlichen Erfahrungen als Trainerin bestens weitergeben", schätzt Rehm ihre Fähigkeiten.

Mit ihrer Popularität hat sie dazu beigetragen, dass der Sport von Menschen mit Behinderung immer mal wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt; zudem war sie maßgeblich am Aufbau des Paralympischen Trainingsstützpunktes in Leverkusen beteiligt. Die Bedingungen für eine Förderung und Betreuung seien hier mit dem Sportinternat in direkter Nähe der Leichtathletikanlagen optimal – für Menschen mit und ohne Behinderung. "Der Behindertensport hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt – auch die Angleichung der Prämien der Medaillengewinner bei Paralympischen und Olympischen Spielen zeigt die Fortschritte", erklärt die Blocktrainerin Wurf und Sprung. "Dass ich als Trainerin den Behindertensport bei der Entwicklung unterstützen konnte, freut mich sehr."

Doch nach 13 erfolgreichen Jahren in der Behindertensportabteilung hat Nerius seit August 2015 die Internatsleitung Sport in Leverkusen übernommen. "Mir hat die Arbeit als Trainerin sehr viel Spaß gemacht und ich habe es genossen, allerdings brauchte ich jetzt eine neue Herausforderung". Sie habe nun in einer führenden Stellung die Möglichkeit, in einem zentralen Projekt von Bayer04 ihre Erfahrungen einzubringen. Ihr sei immer klar gewesen, dass sie nicht ewig nur Trainerin sein wolle – und hat die sich bietende Chance genutzt. Im neuen Job ist es unter anderem ihre Aufgabe, das Internat mit Nachwuchsathleten zu füllen. Auch dort kann die 43-Jährige ihre Erfahrungen einfließen lassen und hofft irgendwann, das Teilzeitinternat zu einem Vollzeitinternat auszubauen.

Und auch mit ihrer neuen Stelle bleibt sie dem Behindertensport ein Stück weit erhalten. Die 50 Internatsplätze teilen sich auf in die Sportarten Fechten, Judo, Leichtathletik, Fußball, Handball (Frauen) und eben Behindertensport. Der Bereich des Behindertensports wird derzeit von vier Athleten abgedeckt. Zudem bleibt sie noch weiterhin Trainerin ihrer Top-Athleten Franziska Liebhardt (Kugelstoßen, Weitsprung) und Markus Rehm – zumindest bis zu den Paralympischen Spielen in Rio 2016. "Wenn darüber hinaus noch das Interesse meiner Tätigkeit als Trainerin besteht, ließe sich auch da bestimmt eine Regelung finden", ist sich Nerius sicher. So wird das Team, das so gut harmoniert und den paralympischen Sport in der jüngeren Vergangenheit verstärkt in das Bewusstsein der Bevölkerung gerufen hat, noch weiterhin vorhanden sein.

REHACARE.de; Quelle: Deutscher Behindertensportverband e.V. – National Paralympic Committee Germany

Mehr über den Deutschen Behindertensportverband, National Paralympic Committee Germany unter: www.dbs-npc.de
Mehr zur Deutschen Paralympischen Mannschaft unter: www.deutsche-paralympische-mannschaft.de