Studierenden mit Behinderung eine Stimme verleihen

15.03.2017

Menschen mit Behinderungen sollen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung und lebenslangem Lernen haben. Darauf verpflichtet die UN-Behindertenrechtskonvention die Vertragsstaaten.

Foto: Detlef Bieber, Benjamin Thomas, Luisa Würdisch und Wirtschafsdekan Prof. Dr. Dieter Rüth; Copyright: Rüdiger Kurtz

Professor Dr. Dieter Rüth von der Hochschule Bochum ist einer der Sprecher der "Landesarbeitsgemeinschaft Studium und Behinderung": "Der Zusammenschluss wird uns eine hörbare Stimme verleihen."; © Rüdiger Kurtz

Immer mehr Hochschulen und Studentenwerke stellen sich dieser Aufgabe. Nachdem sie sich schon viele Jahre in regelmäßigen "Vernetzungstreffen" untereinander ausgetauscht und beraten hatten, haben sich die Hochschulbeauftragten für die Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung Ende des letzten Jahres in Köln zur "Landesarbeitsgemeinschaft Studium und Behinderung" zusammengeschlossen.

Zusammen mit Dr. Birgit Rothenberg von der Technischen Universität Dortmund und Björn Brünink von der Hochschule Düsseldorf bildet Professor Dr. Dieter Rüth, Wirtschaftsdekan an der Hochschule Bochum, die Sprechergruppe der Arbeitsgemeinschaft. "Der Zusammenschluss wird uns eine hörbare Stimme verleihen", so Dieter Rüth, der sich seit vielen Jahren für die Belange der Studierenden mit Behinderung einsetzt. Tatkräftig unterstützt wird er bei seiner Arbeit von einem Team, bestehend aus Mitarbeitern und Studierenden. "Es freut mich sehr, dass Professor Rüth in das Sprechergremium gewählt wurde", so Benjamin Thomas, Mitarbeiter von InklusionsPartner: "Dies zeigt, dass seine herausragende Arbeit an der Hochschule Bochum nun auch NRW-weit anerkannt wird."

Noch immer erschweren an fast allen Hochschulen bauliche, kommunikative, strukturelle und didaktische Barrieren das Studium beeinträchtigter Studierender. Studienunterbrechungen oder Hochschulwechsel sind daher keine Seltenheit. Über die konkreten Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation sowie über bereits umgesetzte positive Maßnahmen möchte man sich in der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft austauschen. Darüber hinaus sollen aber auch die vorhandenen gesetzlichen Grundlagen diskutiert und nach Möglichkeit zum Wohle der Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung verändert werden. Dass der Zusammenschluss der NRW-Hochschulen hierbei äußerst wirkungsvoll sein kann, zeigte sich bereits in den vergangenen Jahren, als mehrere Forderungen der Gruppe Eingang ins Hochschulzukunftsgesetz fanden.

Zur Gründung der neuen Landesarbeitsgemeinschaft sowie zum Sprecheramt gratulierte nun auch Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. "Ich bin sicher, dass diese Form organisierter kontinuierlicher Zusammenarbeit dazu beitragen wird, unser gemeinsames Anliegen voran zu bringen, Benachteiligungen von Menschen, die eine Behinderung haben, zu beseitigen oder jedenfalls auszugleichen", so die Ministerin, die sich bei Professor Dieter Rüth für sein Engagement ausdrücklich bedankte: "Ich freue mich, dass Sie dabei eine verantwortungsvolle leitende Aufgabe übernehmen."

REHACARE.de; Quelle: Hochschule Bochum
Mehr über die Hochschule Bochum unter: www.hochschule-bochum.de