Teilhabe für sozial isolierte Menschen im Alter

04.11.2015
Foto: Traurig guckender älterer Mann

Das Forschungsprojekt möchte dazu beitragen, sozial isolierte ältere Menschen am gesellschaftlichen Miteinander teilhaben zu lassen; © panthermedia.net/diego cervo

Im Alter steigt das Risiko, psychisch zu erkranken, insbesondere dann, wenn ältere Menschen nicht die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Zusammenleben teilzunehmen. Mit dem Forschungsprojekt "Mittendrin im Alter, statt allein – Teilhabe für ältere, sozial isolierte Menschen" wollen Wissenschaftler der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) eine praktikable Maßnahme für sozial isolierte Menschen ab 65 Jahren entwickeln, die ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht und mögliche Einsamkeitsgefühle verringert.

Das Forscherteam um Prof. Dr. Michael Klein will so dazu beitragen, psychischen Erkrankungen im Alter, die durch soziale Isolation oder Einsamkeit entstehen, vorzubeugen beziehungsweise diese zu lindern.

Die Wissenschaftler greifen dabei auf bewährte Konzepte zur Angst- und Depressionsbehandlung zurück, passen diese aber speziell an die Bedürfnisse älterer Menschen an und orientieren sich dabei an neuesten Forschungsergebnissen. Bisherige Ansätze, Isolationsgefühle bei älteren Menschen zu verringern, erwiesen sich als nur mäßig wirksam.

Zunächst erfolgt im Projekt eine Analyse des Forschungsstands und der Versorgungssituation älterer sozial isolierter Menschen ab 65 Jahren – in Form von Literaturrecherchen sowie Interviews und Gruppendiskussionen mit Experten und Fachkräften. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung der Maßnahme, die in drei Stufen unterteilt wird:
Zunächst finden Einzelinterviews mit den Betroffenen über ihre aktuellen Belastungen statt. Darauf folgen Kleingruppensitzungen, in denen die Teilnehmer sich mit Themen wie zum Beispiel Selbstfürsorge und soziale Teilhabe auseinandersetzen. Abschließend findet ein gemeinsamer Tagesausflug statt. In den Kleingruppen können Ängste abgebaut und nachhaltig Kontakte geknüpft werden.

Zusätzlich tragen regelmäßige Projekttreffen dazu bei, dass professionelle Netzwerke ausgebaut werden und helfen dabei, das Wissen im fachlichen Alltag umzusetzen. Darüber hinaus wird es Seminare und Fortbildungen zum Projekt geben, in denen Wissenschaftler, der wissenschaftliche Nachwuchs sowie Fachkräfte aus der Praxis weiterqualifiziert werden.

Für eine weitere Verbreitung und die nachhaltige Umsetzung, wird das Handbuch zur Maßnahme nach Abschlussbewertung veröffentlicht und verkauft, außerdem sollen weitere Schulungen zur Durchführung angeboten werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben MIASA im Rahmen des Programms "Forschung an Fachhochschulen" der Förderlinie SILQUA-FH. Projektträger ist "Projektträger Jülich/Forschungszentrum Jülich GmbH". Kooperationspartner sind der "Förderverein Höhenberg, Verein zur Förderung paritätischer Altenhilfe und Gemeinwesenarbeit Köln-Höhenberg e.V." und die "Kölner Seniorengemeinschaft (KSG) für Sport und Freizeitgestaltung e.V.".

REHACARE.de; Quelle: Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Mehr über die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen unter: www.katho-nrw.de