Tierische Therapeuten in Leichlingen

31.07.2013
Foto: Schüler mit Mutter auf einem Pferd

Neben Malte haben sechs weitere Kinder der LVR-Paul-Klee-Schule am therapeutischen Reiten teilgenommen; © Maren Reimer/LVR

Für sieben Schüler der Leichlinger LVR-Paul-Klee-Schule steht in diesem Schuljahr Therapeutisches Reiten auf dem Stundenplan. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ist eine von 23 Schulen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) an der die besondere Therapieform angeboten wird.

Das Therapeutische Reiten erzielt aufgrund seiner dreidimensionalen Wirkung bei vielen Kindern und Jugendlichen mit Handicap erstaunliche Erfolge. Das Sprichwort, dem zufolge das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde liegt, erhält für sie eine ganz neue Bedeutung.

„Die Reittherapie ergänzt und stabilisiert an vielen Schulen des LVR unsere therapeutischen Leistungen für Kinder und Jugendliche mit Handicap", so LVR-Schuldezernent Ulrich Wontorra. „Im motorischen, physischen und sozialen Bereich kann man sehr schnell positive Veränderungen bei unseren Schülern feststellen. Die Kinder werden ausgeglichener, zufriedener und für andere Therapien und schulisches Lernen zugänglicher. Das wirkt sich auch positiv auf den Schulalltag aus."

Ohne die Unterstützung von Sponsoren, gemeinnützigen Stiftungen oder Fördervereinen wäre der LVR nicht in der Lage, diese wichtige Therapieform anzubieten. Eltern und Fördervereine der Schulen beteiligen sich häufig mit ihren eingenommenen Spendengeldern an den Kosten. Den Großteil der Finanzierung des Therapeutischen Reitens im LVR-Gebiet übernimmt mit 40.000 Euro jährlich die Kultur- und Sozialstiftung der Provinzial Rheinland.

„Verantwortung für die Gesellschaft hat für die Provinzial Tradition", erläutert Rudolf Gaul, Geschäftsführer der Stiftung. „Dies und das Ziel, das bisherige Engagement im sozialen und kulturellen Bereich zu konzentrieren, war der Grund für die Provinzial Rheinland Versicherung, eine Stiftung zu gründen mit dem Schwerpunkt, die Fördervereine der LVR-Förderschulen zu unterstützen."

„Therapeutisches Reiten" ist der Oberbegriff für drei fachlich eigenständige Bereiche: Reiten und Fahren als Sport für Menschen mit Behinderung (Sport), Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren (Pädagogik, Psychologie) und Hippotherapie (Medizin).

Die Hippotherapie entspricht der medizinischen Anwendung des Pferdes im Sinne einer besonderen physiotherapeutischen Behandlungsmaßnahme, die ärztlich verordnet und überwacht wird. Dabei können bei bestimmten Erkrankungen und Schädigungen des Zentralnervensystems sowie des Stütz- und Bewegungsapparates Effekte und Wirkungen erzielt werden, die mit herkömmlichen krankengymnastischen Behandlungsmethoden nicht erreicht werden. Die eingesetzten Pferde werden für diese Aufgabe speziell geschult.

Der mehrdimensionale Schwingungsrhythmus, der vom Pferd in der Gangart „Schritt" auf den darauf sitzenden Menschen übertragen wird, ist dem Bewegungsmuster des menschlichen Gehens verwandt. Auf diese Weise kann das Pferd – bei entsprechender Hilfestellung und Korrektur durch geschulte Therapeuten – das Bewegtwerden der Patienten übernehmen.

Die ähnliche Bewegungsart von Mensch und Pferd ist die Grundlage der therapeutischen Wirkung von Hippotherapie. Sie übt die Geschicklichkeit, die Feinabstimmung von Bewegungen und ihre Schnelligkeit. Sie schult Gleichgewicht und Symmetrie der Bewegungen, Rhythmusfähigkeit und Ausdauer.

REHACARE.de; Quelle: Landschaftsverband Rheinland

Mehr über den Landschaftsverband Rheinland unter: www.lvr.de