Turnen, Spielen, Basteln? Wahrnehmung und Anerkennung der Therapieberufe

11/08/2014
Foto: Mann macht physiotherapeutische Übungen

Das Image eines Berufs wird nicht nur von außen geprägt, sondern auch durch das Selbstverständnis der Angehörigen einer Berufsgruppe; © Arne Trautmann/ panthermedia.net

Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten tragen in der Behandlung akut und chronisch Erkrankter sowie in der Prävention eine große Verantwortung. Trotz der hohen Bedeutung für Patienten und das Gesundheitswesen insgesamt gelten die Therapieberufe formal als "Heilhilfsberufe". Auch in der Vergütung zeigt sich ein vergleichsweise geringer beruflicher Status. Das Image eines Berufs wird jedoch nicht nur von außen geprägt, sondern auch durch das Selbstverständnis der Angehörigen einer Berufsgruppe. Aber wie definieren sich die Therapeuten selbst? Welche Kompetenzen und Bedeutungen schreiben sie sich zu? Wie werden die Berufsgruppen mittlerweile von der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Mit diesen Fragen haben sich Studierende des Masterstudiengangs "Therapiewissenschaften" an der Hochschule Fresenius in einem Forschungsprojekt beschäftigt. Am 20. September 2014 werden die Ergebnisse im Rahmen eines Symposiums an der Hochschule in Idstein vorgestellt und diskutiert.

Seit rund 15 Jahren prägen Professionalisierungsbestrebungen die Entwicklung der Therapieberufe. Trotz einer Teilakademisierung und großer Fortschritte in Wissenschaft und Forschung hat sich der Berufsstatus praktizierender Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten seither jedoch nicht bedeutend verändert. Neben der Bezeichnung "Heilhilfsberuf" kursieren zwar mittlerweile weitere Begriffe wie "Gesundheitsfachberuf" oder "nichtärztlicher Heilberuf", veränderte formale Befugnisse oder Zuständigkeiten sind indes damit nicht verbunden. Gleichzeitig sehen sich Therapeuten aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend gezwungen, Maßnahmen im nicht-medizinischen Bereich anzubieten. Dazu gehören etwa Coaching oder so genannte "Wellness"-Behandlungen. Dies sowie uneinheitliche Ausbildungsstrukturen scheinen dazu zu führen, dass es den Therapeuten zunehmend schwer fällt, Kernelemente und Alleinstellungsmerkmale ihrer Disziplin zu formulieren.

In einem qualitativen Forschungsprojekt haben sich die Studierenden des Masterstudiengangs "Therapiewissenschaften" an der Hochschule Fresenius in Idstein damit auseinandergesetzt, wie Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten ihre berufliche Identität definieren und deren Merkmale beschreiben. Zusätzlich wurde eine Umfrage zur öffentlichen Wahrnehmung der Therapieberufe durchgeführt.

Die Veranstaltung richtet sich an Angehörige der Therapieberufe und alle, die das Thema interessiert. Die Teilnehmer sind dazu eingeladen, sich auf Grundlage der präsentierten Ergebnisse darüber auszutauschen, welches Bild ihrer beruflichen Tätigkeiten sie nach außen tragen möchten und inwieweit eine gemeinsame berufliche Identität der Therapieberufe zu einer veränderten öffentlichen Wahrnehmung und Anerkennung führen kann.

REHACARE.de; Quelle: Hochschule Fresenius

Mehr über das Projekt unter: www.therapiewissenschaften.de