Typ-1-Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln

14.11.2014
Foto: Blutentnahme bei Teilnehmern der Fr1da-Studie

Bundesweit sind etwa 15.000 Kinder unter 14 Jahren von Typ-1-Diabetes betroffen; © Helmholtz Zentrum München

Das Helmholtz Zentrum München hat gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und weiteren Kooperationspartnern den Startschuss für ein bayernweites Typ-1-Diabetes Screening gegeben. Mit der Fr1da-Studie wird allen Kindern zwischen zwei und fünf Jahren in Bayern eine kostenlose Untersuchung zur Früherkennung des Typ-1-Diabetes angeboten. Ziel ist es, durch eine frühe Diagnose die betroffenen Kinder frühzeitig und bestmöglich zu behandeln.

Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum München, betonte bei der Auftakt-Veranstaltung die Bedeutung dieser häufigsten Stoffwechselerkrankung im Kindesalter: "Bundesweit sind etwa 15.000 Kinder unter 14 Jahren von Typ-1-Diabetes betroffen und wir rechnen mit weiter steigenden Zahlen."

Die Erkrankung trifft die jungen Patienten und ihre Familien meist plötzlich und völlig unerwartet. Nicht selten wird die Diagnose im Rahmen einer lebensbedrohlichen Entgleisung des Blutzuckers gestellt. "Mittels Diabetes-typischer Autoantikörper können wir die Erkrankung schon Monate bis Jahre vor ihrem Ausbruch feststellen", so Ziegler. "Dies gibt den Kindern und Angehörigen wertvolle Zeit, um sich auf den Umgang mit der Erkrankung vorzubereiten." Im Rahmen der Fr1da- Studie forschen Wissenschaftler auch an innovativen Ansätzen, um den Erkrankungsausbruch zu verzögern oder gar zu verhindern. Mit dem Screening wollen sie Teilnehmer identifizieren, die von einer solchen Behandlung profitieren könnten.

Die Schirmherrschaft für das bundesweit einzigartige Projekt übernimmt Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml, MdL. Huml betonte anlässlich der Auftaktveranstaltung in München: "Mit der Fr1da-Studie gehen wir in Bayern einen neuen Weg in der Gesundheitsvorsorge. Durch einen einfachen Bluttest können wir feststellen, ob bei einem Kind ein Risiko für die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes vorliegt. Je früher die Krankheit diagnostiziert wird, desto besser kann sie behandelt werden. Gerne habe ich die Schirmherrschaft übernommen. Mir ist es sowohl als Gesundheitsministerin als auch als Mutter eines kleinen Sohnes ein großes Anliegen, dass Eltern chronisch kranker Kinder von Anfang an unterstützt werden."

Das Helmholtz Zentrum München verfügt über langjährige Erfahrung und herausragende Expertise im Bereich bevölkerungsbasierter und klinischer Studien. "Ein Erfolg dieser wissenschaftlichen Studie wäre ein Meilenstein in der Prävention von Typ-1-Diabetes", sagte Günther Wess, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. "Das große internationale Interesse zeigt die weltweite Bedeutung dieser Studie."

Für die musikalische Gestaltung der Auftakt-Veranstaltung zum Fr1da-Start sorgte das bayerische Kinderlieder-Duo Margit Sarholz und Werner Meier, bekannt als Sternschnuppe, die sich künftig auch als Botschafter für das Projekt einsetzen werden. Ein Diabetes-Elternbuch mit Protagonistin Frida ist zudem gerade erschienen.

Projektpartner der Fr1da-Studie sind bislang die Technische Universität München, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. Landesverband Bayern, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie PaedNetz Bayern. Gefördert wird das Projekt vom Helmholtz Zentrum München, der Gesundheitsinitiative "Gesund.Leben.Bayern" des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, dem Landesverband Bayern der Betriebskrankenkassen und der US-amerikanischen Organisation zur Förderung der Diabetesforschung und -prävention JDRF (Juvenile Diabetes Research Foundation).

REHACARE.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München

Mehr über das Helmholtz Zentrum München unter: www.helmholtz-muenchen.de
Mehr über die Fr1da-Studie unter: www.typ1diabetes-frueherkennung.de