Umfrage: Inklusiver Breitensport ist Wunsch, aber noch keine Wirklichkeit

19.09.2016

Die Paralympics sind am Sonntag schon zu Ende gegangen. Was für die Spitzenathleten des deutschen Behindertensports dabei schon in der Vorbereitung auf die Wettkämpfe ganz selbstverständlich ist, steckt im Breitensport noch in den Kinderschuhen: Das gemeinsame Training von Sportlern mit und ohne Behinderung.
Bild: Rollstuhlbasketballerinnen im Kreis versammelt; Copyright: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Am Sonntag wurden die Paralympics mit einer großen Abschlussfeier beendet. Deutschland holte 18 Gold, 25 Silber und 14 Bronze Medaillen; © Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der Aktion Mensch zeigt, dass gerade einmal neun Prozent der Deutschen regelmäßig an gemeinsamen Trainingseinheiten von Menschen mit und ohne Behinderung teilnehmen. Lediglich in der jüngeren Zielgruppe ist der inklusive Sport etwas weiter verbreitet – rund jeder Siebte (14 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen betreibt inklusiven Sport auf regelmäßiger Basis.

Das Interesse an inklusiven Trainingsmöglichkeiten und der Wunsch nach gemeinsamen sportlichen Aktivitäten in der Bevölkerung sind dagegen groß. So halten es mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Deutschen für wünschenswert, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben – und das über alle Altersgruppen und Regionen hinweg.

Um diesen Wunsch Realität werden zu lassen, braucht es jedoch die richtigen Voraussetzungen. Rund die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) wünscht sich dabei vor allem mehr inklusive Sportangebote. Noch entscheidender ist aus Sicht der Befragten jedoch die Förderung geeigneter Trainingsvoraussetzungen. So sind für drei Viertel (75 Prozent) der Bevölkerung Aspekte wie barrierefreie Sportstätten oder geschulte Trainer entscheidend für den Ausbau des inklusiven Breitensports in Deutschland. Und auch mehr Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung sind für nahezu drei von vier Deutschen (73 Prozent) elementar, um Berührungsängste abzubauen und gemeinsame sportliche Aktivitäten zu fördern.

Um diese Voraussetzungen zu schaffen und den inklusiven Sport in Deutschland auszubauen, hat die Aktion Mensch bereits mehr als 11 Millionen Euro an inklusive Breitensportprojekte weitergegeben. Damit setzt sich die Förderorganisation für den Ausbau barrierefreier Sportstätten, die Weiterbildung von Trainern und Betreuern sowie die Ausweitung und Etablierung von gemeinsamen Trainingsangeboten für Menschen mit und ohne Behinderung im Breitensport ein.

Über die Studie 

Die Aktion Mensch hat gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG insgesamt 1.040 Menschen mit und ohne Behinderung zwischen 18 und 69 Jahren bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Region befragt. Die Omnibus-Befragung wurde im September 2016 durchgeführt.

REHACARE.de; Quelle: Aktion Mensch

Mehr über die Aktion Mensch unter: www.aktion-mensch.de