VdK-Preis "vilmA": Mit Behinderung erfolgreich in Ausbildung und Beruf

08/06/2015
Foto: Ausschnitt des vilmA-Posters

Einsendeschluss für Vorschläge zum VdK-Preis "vilmA" ist der 15. Juli 2015; © Vdk NRW

Mit dem "VdK Preis für Menschen mit Behinderung in Beschäftigung und Ausbildung" möchte der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr zum fünften Mal herausragende Beispiele für die Teilhabe am Arbeitsleben würdigen. Im Rahmen der Auszeichnung, die den Beinamen "vilmA ─ vorbildlich, individuell, leistungsstark und motiviert in der Arbeitswelt" trägt, stehen Preisgelder von jeweils 1.500 Euro für bis zu acht Kandidaten bereit. Bewerbungen können bis zum 15. Juli eingereicht werden.

"Mit Behinderung erfolgreich im Job – das ist für viele Menschen mit Behinderung eine Selbstverständlichkeit", macht der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen, Karl-Heinz Fries, zum Start der Ausschreibung deutlich. "Ihre Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, der den eigenen Neigungen und Begabungen entspricht, und den Beruf ihrer Wahl zu ergreifen, sind jedoch um ein Vielfaches schlechter als für Menschen ohne Behinderung." Denn während Bewerber auf dem Arbeitsmarkt in der Regel nach ihren Fähigkeiten, ihren erbrachten Leistungen und ihrer Ausstrahlung beurteilt werden, stoßen Menschen mit Behinderung nach wie vor häufig auf Vorbehalte. "Sie haben demnach einen Wettbewerbsnachteil, dessen Ursache in den meisten Fällen fehlende Informationen sind – hinsichtlich der beruflichen Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung wie auch der vielfältigen Formen der Förderung und Unterstützung, die bei Bedarf möglich sind", so Fries.

Aus diesem Grunde hat der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen 2008 den "VdK Preis für Menschen mit Behinderung in Beschäftigung und Ausbildung – vilmA (vorbildlich, individuell, leistungsstark und motiviert in der Arbeitswelt)" ins Leben gerufen. Die Schirmherrschaft übernimmt in diesem Jahr erstmals die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele.

"Von einem wirklich inklusiven Arbeitsmarkt können wir in Deutschland bisher nicht sprechen: Zu viele gut ausgebildete Menschen mit Behinderung sind arbeitslos, zu viele Menschen sind in Werkstätten untergebracht, obwohl sie gute Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt hätten. Ich bin der Meinung: Menschen mit Behinderung können Leistung erbringen wie jeder und jede andere auch. Bekommen sie die richtige Unterstützung, ist ihr Potential für jeden Arbeitgeber eine Investition in die Zukunft. Um gute Beispiele zu zeigen, braucht es Preise wie den VdK-Preis 'vilmA'", betont die vielfache Weltmeisterin und Paralympics-Siegerin im Skilanglauf und Biathlon. Die Auszeichnung wird überdies von neun weiteren Organisationen und Institutionen unterstützt.

Preisträger können behinderte Auszubildende, Studierende, Beschäftigte und Selbstständige aus allen Fachrichtungen, Branchen und Tätigkeitsebenen ebenso wie Mitarbeiter von Werkstätten für Menschen mit Behinderung sein. Bei der Auswahl sind sowohl objektive Kriterien wie Prüfungs- und Arbeitsergebnisse als auch soziale Kompetenzen wie besonderer Einsatz, Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Motivation von Bedeutung. Außerdem ist es für die Beurteilung der Persönlichkeit wichtig zu erfahren, ob sich die vorgeschlagene Person neben der beruflichen Tätigkeit ehrenamtlich engagiert und wie sich die Behinderung gegebenenfalls im Arbeitsalltag auswirkt.

Beispiele für Tätigkeitsfelder, Fähigkeiten und Talente möglicher Bewerber:
• Gehörloser Schriftsetzer mit großem handwerklichen Können und hoher Arbeitsmotivation, der für interessierte Kollegen aus der Druckerei regelmäßig gebärdensprachlich orientierte Kommunikationskurse anbietet.
• Angehende Bürokraft mit geistiger Entwicklungsverzögerung, die ihre Ausbildung mit großem Ehrgeiz bewältigt und innerhalb der Belegschaft rasch voll anerkannt ist.
• Inhaber einer Werkstatt für behindertengerechte Umbauten von Fahrzeugen, dem selbst eine Hand fehlt und der mit seinem Know-how anderen Menschen mit Behinderung zu mehr Mobilität und Selbstbestimmung verhilft.
• Studentin mit Nierenerkrankung, die ihr Studium auch mit regelmäßigen Dialyse-Terminen in der Regelzeit und mit überdurchschnittlichen Noten abschließt.
• Mitarbeiter einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, der besonderen Einsatz und eine überdurchschnittliche Entwicklung bei der Bewältigung seiner Aufgaben zeigt oder sich sehr stark für andere Werkstattmitarbeiter einsetzt.

Kandidaten für den "VdK Preis für Menschen mit Behinderung in Beschäftigung und Ausbildung – vilmA (vorbildlich, individuell, leistungsstark und motiviert in der Arbeitswelt)" können von Arbeitgebern, Institutionen, betrieblichen Interessenvertretungen und Einzelpersonen – beispielsweise Pfarrer oder Sporttrainer – vorgeschlagen werden. Vorschläge durch Familienangehörige oder Freunde sind ebenso ausgeschlossen wie Eigenbewerbungen. Die Preisverleihung findet am 16. Oktober 2015 im NRW-Landtag in Düsseldorf statt.

Die Bewerbungsunterlagen können beim VdK-Landesverband entweder in schriftlicher Form angefordert werden, im Internet unter www.vdk.de/nrw oder telefonisch unter (02 11) 3 84 12-42. Einsendeschluss für Vorschläge, die an den Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen, Postfach 10 51 42, 40042 Düsseldorf, bzw. per E-Mail an vilmA@vdk.de zu richten sind, ist der 15. Juli 2015. Detaillierte Infos erhalten Interessierte auch telefonisch unter (02 11) 3 84 12-44 bzw. -41 sowie bei den Ansprechpartnern der unterstützenden Organisationen.

REHACARE.de; Quelle: Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen

Mehr über den Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen unter: www.vdk.de/nrw