Verbesserung der Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderung

24.02.2014
Foto: Rollstuhlfahrer bei der Gartenarbeit

Die UN-Konvention strebt die Inklusion von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Belangen an; © Jenny Sturm/panthermedia.net

Das Institut für Technologie und Arbeit (ITA) in Flehingen präsentierte nun die Ergebnisse eines gut zweijährigen Forschungsprojektes vor den Sozialdezernenten aller 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise. Die regionale Arbeitsmarktforschung mit intensiven Erhebungsphasen in mehreren Kreisen beschäftigte sich dabei mit der Integration von Menschen mit wesentlicher Behinderung.

Zum Projektabschluss liegt nun ein neuartiges, praxistaugliches und regionale Spezifika berücksichtigendes Verfahren vor, um Beschäftigungschancen von Menschen mit wesentlicher Behinderung im regionalen Arbeitsmarkt zu fördern.

Im Rahmen des Projektes erarbeitete das in Kaiserslautern ansässige Institut für Technologie und Arbeit (ITA) ein detailliertes Wirkmodell, anhand dessen die komplexen Zusammenhänge bei Übergängen von Menschen mit wesentlicher Behinderung von Schulen in den Arbeitsmarkt und in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) verdeutlicht und nutzbar gemacht werden. Denn bei diesen Übergängen geht es darum, schulische und berufsbildende Phasen mit Möglichkeiten beruflicher Teilhabe in WfbM oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt derart zu verknüpfen, dass für Menschen mit wesentlicher Behinderung eine bestmögliche Passung aus individuellen Fähigkeiten und beruflichen Anforderungen gefunden wird.

In vier Kreisen (Bodenseekreis, Kreis Esslingen, Kreis Tübingen, Kreis
Böblingen) wurde das entwickelte Verfahren praktisch erprobt. Anwender des Verfahrens sind die sogenannten Netzwerkkonferenzen, die es in Baden-Württemberg flächendeckend gibt. An Netzwerkkonferenzen nehmen alle regionalen Leistungserbringer und Dienste, Leistungsträger sowie die Akteure des Arbeitsmarktes teil, die zur Integration von Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt beitragen. Mit Hilfe des Verfahrens konnten die Teilnehmer dieser Konferenzen regionalspezifische Verbesserungsbedarfe ableiten. Die Anwendung des Verfahrens fand durchweg große Akzeptanz, da damit die regionalen Integrationsprozesse zielgerichtet und differenziert betrachtet und beurteilt werden können.

Das Institut für Technologie und Arbeit hatte im Jahr 2011 den Zuschlag für die Durchführung dieses Projektes vom Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS), Baden-Württemberg, erhalten. Leitendes Motiv bei der Umsetzung war die UN-Konvention, die eine Inklusion von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Belangen anstrebt und gegenwärtig auf Bundes- und Landesebene umgesetzt wird. Ein wichtiger Eckpunkt dieses Ansatzes ist die selbstbestimmte Teilhabe am Arbeitsleben und damit auch der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt.

Für Menschen mit wesentlicher Behinderung ist die Teilhabe am Arbeitsleben häufig nur in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) möglich. Erfahrungen bestätigen jedoch, dass durch passgenaue Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten Menschen mit wesentlicher Behinderung in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Auch für die Unternehmen können sich vielfältige Bereicherungen und Potenziale hieraus ergeben. Trotz umfangreicher Aktivitäten sind allerdings die Optionen für die Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit wesentlicher Behinderung reduziert.

REHACARE.de; Quelle: Institut für Technologie und Arbeit (ITA)

Mehr über das Institut für Technologie und Arbeit (ITA) unter: www.ita-kl.de