Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Ausbildung

16/09/2015
Foto: Zwei junge Pflegerinnen kümmern sich um Seniorin

Interprofessionelles Lernen verbessert die Zusammenarbeit der Professionen im Praxisalltag und damit auch die Versorgungsqualität der Patienten; © panthermedia.net/Axel Killian

In einem Strategiepapier zeigen Wissenschaftler und Fachpraktiker Wege zur Verbesserung und Steigerung der Attraktivität der medizinischen und pflegerischen Ausbildung auf. Das Papier "Gemeinsames Lernen von Medizin und Pflege in Mecklenburg-Vorpommern: Voraussetzungen für eine verbesserte Zusammenarbeit und eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung im demographischen Wandel" wurde nun auf der Abschlussveranstaltung der Bildungsclusterstudie Greifswald/Neubrandenburg in Greifswald vorgestellt.

Die derzeitigen demographischen Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern erfordern die Entwicklung von innovativen Versorgungskonzepten, um die künftigen medizinisch-pflegerischen Versorgungsbedarfe der Bevölkerung decken zu können. Dies schließt unter anderem eine verstärkte arbeitsteilige Kooperation aller am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen ein. Eine gute Kooperation der Berufsgruppen im Berufsalltag setzt die Vermittlung von entspre-chenden Kompetenzen während der Ausbildung voraus. Das interprofessionelle Lernen (IPL) wird künftig an Bedeutung gewinnen. Die verbesserte Zusammenarbeit von Medizin und Pflege im Versorgungsalltag soll künftig zu einer zunehmend abgestimmten Behandlung des Patienten führen und einen Beitrag zur verbesserten Versorgungsqualität leisten. Das Strategiepapier zeigt dazu Lösungsansätze auf und beschreibt Voraussetzungen für die nachhaltige Implementierung des interprofessionellen Lernansatzes.

Daher hat die Bildungsclusterstudie Greifswald/Neubrandenburg vier gemeinsame Lehrveranstaltungen (Vorlesung, Seminar, Simulationspatiententraining und gemeinsames Arbeiten auf der Palliativausbildungsstation der Universitätsmedizin Greifswald) für Medizin- und Pflegestudierende entwickelt und begleitend evaluiert. Gleichzeitig erfolgte basierend auf den Studienergebnissen mit dem Kernkonsortium (Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management der Hochschule Neubrandenburg, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V.) und den Akteuren aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern (u.a. Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V, Krankenhausgesellschaft M-V e.V., bpa Landesgruppe M-V) die Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Implementierung des IPLs in Mecklenburg-Vorpommern.

Statements der Projektleitung und des Kernkonsortiums

Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann (Projektleitung), Universität Greifswald:
"Internationale Studien konnten nachweisen, dass interprofessionelles Lernen zur Verbesserung der Zusammenarbeit der Professionen im Praxisalltag führt und damit einen Beitrag zur verbesserten Versorgungsqualität der Patienten leistet. Mit der Bildungsclusterstudie Greifswald/Neubrandenburg gehören wir deutschlandweit zu den ersten Studien, die die Machbarkeit des IPL Ansatz wissenschaftlich untersucht haben. Gemeinsam mit den Akteuren aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern haben wir eine Strategie für eine nachhaltige Implementierung des IPLs in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. M-V gehört damit zu den Vorreitern und Mitentwicklern eines deutschlandweit relevanten Konzeptes für das IPL."

Dr. Adina Dreier (Projektleitung), Universität Greifswald:
"Die positiven Evaluationsergebnisse der Bildungsclusterstudie Greifswald/Neubrandenburg zeigen, dass interprofessionelle Lernen von Medizin und Pflege machbar ist und dass es für beide Studierendengruppen sinnvoll und gewinnbringend ist. Sowohl die Medizin- als auch die Pflegestudierenden sind dafür, dass IPL nachhaltig in die Regelcurricula beider Studiengänge zu implementieren. Dennoch stehen wir erst am Beginn der Entwicklung vom IPL in Deutschland. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen sind unter anderem zu geeigneten Themen und optimalen Zeitpunkten für das gemeinsame Lernen erforderlich. Im Weiteren muss der Nutzen für die Praxis untersucht werden, um ein evidenzbasiertes Gesamtkonzept zum IPL entwickeln zu können."

REHACARE.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Mehr über die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald unter: www.uni-greifswald.de