Voraussetzungen für Inklusion im Arbeitsleben schaffen

14/10/2015
Foto: Vortrag im CCD 2014

Auch 2015 stellen verschiedene Aussteller in Vorträgen wieder ihre Angebote vor; © Messe Düsseldorf / ctillmann

Die Teilhabe am Berufsleben ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Inklusion. Wer diese also nicht nur beschwören, sondern tatsächlich fördern will, muss Menschen mit Behinderung auch eine realistische Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt geben. Auf der REHACARE 2015 stellen im REHACARE-Forum zahlreiche Aussteller in Fachvorträgen Unterstützungsmöglichkeiten und Beratungsangebote für behinderte Menschen im Job vor.

So ist das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IdW) wieder auf der Messe vertreten und präsentiert mit REHADAT ein umfassendes Informationsportal für alles rund um Behinderung und berufliche Integration. Das kostenlose Informationsangebot richtet sich dabei vorrangig an Betroffene, die unter www.rehadat.de Informationen über Hilfsmittel sowie Praxisbeispiele aus dem Berufsleben finden können. Aktuell umfasst die Datenbank rund 100.000 Einträge, die laufend aktualisiert werden. Im Juli 2015 wurde das Angebot nochmals um drei neue Themenportale ergänzt.

 
 
Grafik: Schwerbehinderte in Unternehmen

Zuletzt lag die Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Arbeitnehmern in Betrieben mit mindestens 20 Mitarbeitern bei 4,7 Prozent - 2003 betrug sie erst 4 Prozent; © 2015 IW Medien - IW 19

Immer mehr Unternehmen in Deutschland stellen behinderte Menschen ein

Zuletzt lag die Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Arbeitnehmern in Betrieben mit mindestens 20 Mitarbeitern bei 4,7 Prozent – 2003 betrug sie 4 Prozent. Mittlerweile sind etwa 40 Prozent der schwerbehinderten Menschen zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig. Und auch große Unternehmen bemühen sich seit einiger Zeit speziell um Mitarbeiter mit Behinderungen. SAP beispielsweise setzt seit anderthalb Jahren verstärkt auf Menschen mit Autismus, die oft über besondere logisch-analytische Begabungen verfügen. Auf der REHACARE 2015 informiert das IdW mit zwei Vorträgen am ersten und zweiten Messetag über die Möglichkeiten, die REHADAT Menschen mit Behinderung bietet.

 
 
Bild: Björn Hagen

Björn Hagen, Fachbereichsleiter Reha der FAW: "Mit einer speziell zugeschnittenen beruflichen Reha konnten wir bereits rund 12.000 Menschen mit Behinderung ins Berufsleben begleiten."; © Fortbildungsakademie der Wirtschaft

Ambulanter Ansatz: Vorteil bei der beruflichen Rehabilitation

Björn Hagen, Fachbereichsleiter Reha der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), plädiert für einen ambulanten Ansatz in der beruflichen Rehabilitation. Er erläutert: "In der Regel findet die berufliche Reha in der Region des Betroffenen statt. Und dort in den Betrieben vor Ort. Wir sind also dort, wo der Versicherte wohnt und auch arbeiten will. Und immer begleitet den Rehabilitanden eine Reha-Fachkraft der FAW. Mit einer speziell zugeschnittenen beruflichen Reha konnten wir bereits rund 12.000 Menschen mit Behinderung ins Berufsleben begleiten. Und die in den Arbeitsmarkt zurückkehrenden Rehabilitanden werden in den Unternehmen dringend gebraucht." Die FAW stellt ihr Konzept auf der REHACARE 2015 im Rahmen eines Vortrags am zweiten Messetag vor, der sich speziell mit der ambulanten beruflichen Rehabilitation und der beruflichen Inklusion hörbehinderter und gehörloser Menschen beschäftigt.

 
 
Bild: Gripability im Einsatz

Gripability bietet Systemlösungen zum Platzieren und Positionieren von benötigten Elementen, mit denen ein Arbeitsplatz eingerichtet werden kann; © Gripability GmbH

Adaptive Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Behinderungen

Damit speziell Menschen mit körperlichen Behinderungen am Arbeitsleben teilhaben können, ist aber nicht nur der Wille zur Inklusion wichtig. Arbeitnehmer brauchen oft auch spezielle Hilfsmittel, die ihnen ermöglichen, ihre Aufgaben im Job auszuführen.

"Ein auf die individuellen Bedürfnisse optimierter Arbeitsplatz ist für Menschen mit Behinderungen häufig die Voraussetzung, wirtschaftlich verwertbare Arbeit leisten zu können", meint auch Patrick Oeffner, Geschäftsführer der Gripability GmbH. Sein Unternehmen bietet daher Systemlösungen zum Platzieren und Positionieren von benötigten Elementen, mit denen zum Beispiel ein Arbeitsplatz über einem am Rollstuhl vorhandenen Tisch eingerichtet werden kann. Da die Lösung von Gripability auf einem Baukastensystem basiert, kann der Arbeitsplatz immer wieder neu umgebaut und die Arbeitshilfen innerhalb kurzer Zeit angepasst werden.

"So kann ein Mitarbeiter mit Behinderung denselben Arbeitsauftrag in verschiedenen Variationen erledigen und dabei gleichzeitig seine individuellen Fähigkeiten ansprechen und fördern", erläutert Oeffner. Seine Lösungen für adaptive Arbeitsplätze stellt Gripability in einem Vortrag am dritten Messetag auf der REHACARE 2015 vor.

Man sieht also: Auch auf der REHACARE 2015 nimmt das Thema "Arbeit und Beruf" wieder den ihm zustehenden Raum ein. Nicht nur in den diversen Vorträgen, sondern auch im Themenpark "Menschen mit Behinderung und Beruf" präsentieren die Aussteller wieder viele Unterstützungsmöglichkeiten und Beratungsangebote für behinderte Menschen im Job.

 
 
Foto: Daniel Stöter

© B. Frommann




Daniel Stöter
REHACARE.de