Was nervt Blinde an den Sehenden? Experimentalfilm für Deutschen Kurzfilmpreis nominiert

28.10.2015
Grafik: Weißes Kreuz auf schwarzem Grund, Standbild aus Film

Studentin Angelika Herta arbeitete in ihrem Kurzfilm ausschließlich mit Texttafeln und der digitalen Stimme von Siri; © KHM/Angelika Herta

Angelika Herta ist Studentin an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Mit ihrem Kurzfilm "Der beste Weg" wurde sie nun für den Deutschen Kurzfilmpreis in der Kategorie "Experimentalfilm" nominiert. Die Preisverleihung findet am 29. Oktober 2015 an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg statt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird am Donnerstag den Deutschen Kurzfilmpreis 2015 in Ludwigsburg verleihen. Nominiert wurden insgesamt zwölf Kurzfilme in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, Animations- und Experimentalfilm. Für eine Goldene Lola in der Kategorie "Experimentalfilm" wurde die KHM-Studentin Angelika Herta mit ihrem Kurzfilm "Der beste Weg" vorausgewählt.

Der Film schildert ausschließlich durch Texttafeln und der digitalen synchronen Erzählstimme 'Siri' von Apple die Ärgernisse, denen sehbehinderte und blinde Menschen bei der Bewältigung recht banaler Alltagsgewohnheiten ausgesetzt sind. Häufig schlagen dabei gut gemeinte Absichten und Rücksichtnahmen ins komplette Gegenteil um. Gleichzeitig räumt der Film in schonungslos selbstironischer Weise mit Vorurteilen gegenüber sehbehinderten Menschen auf.

Eine weitere Nominierung erhielt die Regisseurin Laura Lehmus. Die Absolventin der KHM (Diplom 2001) wurde mit ihrem bereits mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm "AlieNation" (2014, 6 Min.) für die mit 30.000 Euro dotierte Goldene Lola in der Kategorie "Animationsfilme" vorausgewählt. Alle Nominierungen sind mit einer Prämie von 15.000 Euro für die Herstellung eines neuen Films verbunden.

Der Deutsche Kurzfilmpreis ist die bedeutendste und höchst dotierte Auszeichnung für den Kurzfilm in Deutschland. Prof. Monika Grütters erklärte anlässlich der Bekanntgabe der Nominierungen: "Der Kurzfilm ist gerade für junge Filmemacher eine spannende experimentelle Probebühne. Hier werden neue Inhalte, Stile und Erzählweisen erprobt, die das gesamte Filmschaffen bereichern. Damit tragen Kurzfilme viel zum Renommee des deutschen Films bei. Mich begeistern immer wieder die außergewöhnlichen erzählerischen und gestalterischen Mittel, mit denen Kurzfilme uns in weniger als einer halben Stunde tief in menschliche, zwischenmenschliche und gesellschaftliche Abgründe blicken lassen. Das macht gerade dieses Genre so reizvoll."

Die Entscheidung über die Auszeichnungen des Deutschen Kurzfilmpreises trifft die Staatsministerin für Kultur und Medien auf Empfehlung der Jurys Deutscher Kurzfilmpreis. Die Jurymitglieder für die Kategorie Animationsfilm, Dokumentarfilm und Experimentalfilm waren in diesem Jahr Alexandra Gramatke, Cornelia Klauss, Ralf Kukula und Michelle Müntefering.

REHACARE.de; Quelle: Kunsthochschule für Medien Köln

Mehr über die Kunsthochschule für Medien Köln unter: www.khm.de
Mehr über den Deutschen Kurzfilmpreis unter: www.deutscher-kurzfilmpreis.de