Weltschlaganfall-Tag am 29. Oktober: Schlaganfall kann jeden treffen

28.10.2013
Foto: Mann liegt am Boden, Frau ruft Rettungswagen

Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Danach zählt wirklich jede Minute;
© ginasanders/panthermedia.net

„Der Schlaganfall ist eine Volkskrankheit, rund 270.000 Menschen sind jährlich in Deutschland davon betroffen“, betont Brigitte Mohn, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Statistisch betrachtet erleidet jeder sechste Mensch einen Schlaganfall in seinem Leben. Das hat die Weltschlaganfall-Organisation anlässlich des Weltschlaganfall-Tages am 29. Oktober ermittelt.

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und der häufigste Grund für Behinderungen. In der Notfall- und Akutversorgung sind in den vergangenen 20 Jahren viele Fortschritte gemacht worden. Besondere Herausforderungen sieht Brigitte Mohn noch in der Prävention und vor allem in der Langzeitversorgung der Betroffenen. „Nach dem Klinikaufenthalt gibt es keine qualitätsgeprüfte Versorgung der Patienten mehr. Insbesondere in der Strukturierung der ambulanten Versorgung und Pflege sind die Patienten und ihre Angehörigen sich selbst überlassen“, so die Vorsitzende der Schlaganfall-Hilfe. „Das langfristige Rehabilitationsergebnis ist gemessen am hohen Einsatz oft unbefriedigend.“

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter 300 Schlaganfall-Betroffenen machte deutlich, dass viele Betroffene sich in der Nachsorge schlecht informiert fühlen und ihnen die Therapie-Dichte nicht ausreicht. So hatten beispielsweise 37 Prozent der Befragten zwei Wochen nach ihrer stationären Rehabilitation immer noch keine weiteren Therapie-Anwendungen erhalten.

„Rehabilitationsmediziner und Therapeuten warnen davor, dass Patienten nach der intensiven klinischen Versorgung in der Nachsorge einen Rückschritt machen. Ihr langfristiger Therapieerfolg wird auf diese Weise gefährdet“, so Mohn. Es brauche neue Versorgungskonzepte, um diese Qualität abzurufen, die Patienten besser einzubinden und ihre Therapietreue zu fördern.

Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe startet anlässlich ihres 20. Geburtstages in diesem Jahr eine Aufklärungskampagne unter dem Motto „Schlaganfall kann jeden treffen!“. Im Internetportal schlaganfall.de können sich Interessierte informieren und selbst Teil der Kampagne werden, indem sie „Gesicht zeigen gegen Schlaganfall“.

Zum Weltschlaganfall-Tag am 29. Oktober finden weltweit Aufklärungsveranstaltungen statt. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bietet an diesem Tag eine Expertensprechstunde von 18 bis 21 Uhr. Unter der Tel.-Nr. 0 52 41 – 9 77 00 beantworten die folgenden Fachleute Fragen aus den Bereichen Prävention, Notfall- und Akutversorgung, Rehabilitation, Nachsorge und Therapie sowie Patientenrechte:

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Bielefeld
Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Neurologe und Akutmediziner

Prof. Dr. Mario Siebler, Essen
Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Neurologe und Rehabilitationsmediziner

Helmut Gruhn, Hainburg
Experte für ambulante Schlaganfall-Rehabilitation, Physiotherapeut/Bobath-Instruktor

Dr. Bettina Begerow, Gütersloh
Präventionsexpertin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Sportwissenschaftlerin

Gabriele Reckord, Gütersloh
Expertin für Deutschen Schlaganfall-Hilfe für Patientenrechte, Fachanwältin für Medizinrecht

REHACARE.de; Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Mehr über die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unter: www.schlaganfall-hilfe.de
Weitere Informationen zum Thema Schlaganfall unter: www.schlaganfall.de