14.08.2014

Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen e.V.

Wie leben Menschen mit Behinderung in NRW?

Sozialverband VdK fordert umfassende Statistik zur Inklusion


Von Andrea Temminghoff


(28.04.2014) Anlässlich der heute veröffentlichten Zahlen des statistischen Landesamts zu schwerbehinderten Menschen in unserem Bundesland weist der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen darauf hin, dass die erfassten Daten bislang bei Weitem nicht den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention genügen. Diese nimmt die Vertragsstaaten in die Pflicht, geeignete Informationen einschließlich statistischer Angaben und Forschungsdaten zu sammeln und auf deren Grundlage politische Konzepte zur Umsetzung der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung auszuarbeiten. Der Bedarf ist umso größer angesichts der deutlichen Zunahme der Betroffenen in den vergangenen Jahren.


In der bisherigen Statistik werden jedoch lediglich Wohnsitz, Geburtsjahr, Geschlecht sowie die Art der Beeinträchtigung erfasst. Um das Lebensspektrum von Menschen mit Behinderung in NRW umfassend abbilden und entsprechenden Handlungsbedarf ableiten zu können, fehlen unter anderem detaillierte Angaben zum Anteil barrierefreier Wohnungen, zur Zugänglichkeit öffentlicher Gebäude, zum inklusiven Unterricht an Regelschulen, zur ärztlichen Versorgung sowie zum eigenständigen Wohnen mit Behinderung. Diese müssen aus Sicht des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen trägerübergreifend ermittelt und in Form eines jährlich erscheinenden Inklusionsberichts auf Landesebene gebündelt werden. Auch ist eine Sortierung aller Daten nach Kreisen und kreisfreien Städten notwendig, damit vor Ort konkrete Maßnahmen im Sinne der Menschen mit Behinderung angestoßen, umgesetzt und überprüft werden können.