World Sight Day 2015: Perspektiven für Millionen Menschen

09.10.2015
Foto: Mann mit mehreren afrikanischen Kindern

Martin Aufmuth vom Verein EinDollarBrille e.V. möchte mit dem nachhaltigem Geschäftsmodell weltweit Menschen helfen; © EinDollarBrille e.V./Martin Aufmuth

Martin Aufmuth, Gründer und Vorsitzender des Vereins EinDollarBrille e.V., wies anlässlich des World Sight Day am 8. Oktober auf eines der gravierendsten gesundheitlichen Probleme weltweit hin: die nicht behandelte Fehlsichtigkeit von Millionen Menschen. Laut einer WHO-Studie leben weltweit über 150 Millionen Menschen mit einer Fehlsichtigkeit, die sich mit einer Brille beheben ließe, können sich aber keine leisten und haben meist auch keinen Zugang zu augenoptischer Versorgung.

"Das hat gravierende Folgen nicht nur für den einzelnen, aber auch für ganze Familien, Dörfer und Volkswirtschaften", erläutert Aufmuth. "Menschen in Entwicklungsländern, die nicht richtig sehen können, können nicht lernen, keine qualifizierte oder auch gar keine Arbeit aufnehmen und damit auch nicht ihre Familien unterstützen. Der geschätzte Einkommensverlust, der dadurch entsteht, beträgt rund 120 Mrd. US Dollar jährlich, was dem globalen Budget für Entwicklungshilfe entspricht."

Aufmuth hat für dieses Problem eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Lösung entwickelt: die EinDollarBrille. Ihre Materialkosten liegen bei knapp unter einem US Dollar. Sie besteht aus einem extrem leichten, flexiblen und dabei stabilen Federstahlrahmen und ist so bestens geeignet für die harten Umfeldbedingungen in Entwicklungsländern. Sie wird auf einer einfachen Biegemaschine, die keinen Strom benötigt, vor Ort von trainierten Fachkräften hergestellt. Der Verkaufspreis für die EinDollarBrille liegt bei zwei bis drei lokal üblichen Tageslöhnen. Somit können sich auch sehr arme Menschen die EinDollarBrille leisten, und die Hersteller können von deren Produktion und Verkauf leben und ein Einkommen generieren.

Das Geschäftsmodell von EinDollarBrille ist nachhaltig; es umfasst nicht nur das eigentliche Produkt, sondern vor allem den Aufbau tragfähiger und finanziell unabhängiger Strukturen, die im Projektland soziale und wirtschaftliche Entwicklung fördern. Denn zum einen schafft das Projekt neue Arbeitsplätze in Herstellung und Verkauf der EinDollarBrille, zum anderen werden dabei auch marginalisierte Gruppen wie beispielsweise Menschen mit einer körperlichen Behinderung integriert und erhalten neue Perspektiven.

Das Training der lokalen Arbeitskräfte, die Biegemaschinen sowie der Aufbau von Produktion und Vertrieb in den Projektländern werden durch Spenden finanziert. Nach der Etablierung dieser Strukturen trägt sich das Projekt jedoch selbst: "Eine dauerhafte Abhängigkeit vom Verein und von Deutschland wollen wir schon im Ansatz vermeiden", kommentiert Aufmuth. "Denn unser Ziel ist eine kontinuierliche finanziell unabhängige augenoptische Grundversorgung der Bevölkerung in Entwicklungsländern."

Derzeit ist der Verein EinDollarBrille e.V. in Afrika (Benin, Burkina Faso, Malawi, Ruanda) und Lateinamerika (Bolivien, Brasilien, Mexiko) aktiv, weitere Ländern sollen folgen.

REHACARE.de; Quelle: EinDollarBrille e.V.

Mehr über EinDollarBrille e.V. unter: www.eindollarbrille.de