Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege steigt kräftig

21.07.2014
Foto: Junge Altenpflegerin mit alter Dame am Rollator

Die Altenpflege erfreut sich bei Auszubildenden derzeit großer Beliebtheit; © Arne Trautmann/ panthermedia.net

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat in einer aktuellen Studie Daten und Fakten zu den Ausbildungsgängen der 17 bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufe in einer Gesamtbetrachtung zusammengestellt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen insgesamt steigende Schülerzahlen sowie eine große quantitative Bedeutung der Pflegeberufe.

"Die steigenden Ausbildungszahlen in der Gesundheits-, Kranken- und insbesondere in der Altenpflege sind ein ermutigendes Zeichen", betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. Denn gerade hier sei aufgrund der demografischen Entwicklung von einem stark steigenden Bedarf auszugehen. Dies bestätigten auch aktuelle Arbeitsmarktprojektionen des BIBB. "Wenn der momentane Trend sich verstetigt, besteht die Chance, dass wir den gerade in dieser Branche erwarteten Fachkräftemangel abmildern können", so Esser weiter.

Im Einzelnen zeigt die Auswertung des BIBB auf der Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes, dass mit rund 187.000 Schülern im Jahr 2011/2012 im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008 ein Anstieg um 5,9 Prozent in nicht-akademischen Erstausbildungen der Gesundheitsfachberufe zu verzeichnen ist. Steigende Zahlen verzeichnen zum Beispiel die Ausbildungsgänge Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (+4,7 Prozent), Gesundheits- und Krankenpflege (+7,6 Prozent), die Ausbildung zum Rettungsassistenten (+21,6 Prozent) sowie zum Podologen (+29,7 Prozent).

Der größte Anstieg mit +36,2 Prozent ist jedoch in der Altenpflegeausbildung zu verzeichnen. Hier sind sogar noch weitere Steigerungen vor dem Hintergrund der Ende 2012 vereinbarten "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege" zu erwarten – dem ersten bundesweiten Ausbildungspakt für den Bereich der Altenpflege. Ersten Ergebnissen für das Schuljahr 2012/2013 zufolge sind rund 21.500 neue Schüler im ersten Ausbildungsschuljahr zu verzeichnen. Dies entspricht einer Zunahme von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Rückläufige Zahlen verzeichnen dagegen die Ausbildungen zum Physiotherapeuten (-10,1 Prozent), zum Ergotherapeuten (-23,7 Prozent), zum Masseur und medizinischen Bademeister (-28,1 Prozent) sowie zum Diätassistenten (-42,2 Prozent).

Mit einem Anteil von fast 66 Prozent aller Schüler kommt den drei Pflegeberufen "Altenpflege", "Gesundheits- und Krankenpflege" sowie "Gesundheits- und Kinderkrankenpflege" im Schuljahr 2011/2012 quantitativ die größte Bedeutung im Bereich der Gesundheitsfachberufe zu.

Das BIBB hat bislang alle Informationen zu den anerkannten Ausbildungsberufen im dualen System gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) beziehungsweise Handwerksordnung (HwO) zur Verfügung gestellt. Zu den dualen Ausbildungsberufen im Gesundheitswesen zählen zum Beispiel Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, Kaufleute im Gesundheitswesen, Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechnik-Mechaniker, Orthopädieschuhmacher sowie Zahntechniker.

Die neue BIBB-Veröffentlichung beinhaltet nun darüber hinaus auch Daten und Fakten zu den nicht-akademischen Ausbildungen der bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufe außerhalb von BBiG und HwO. Dazu zählen unter anderem die Ausbildungen in Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Podologie.

Zusätzlich zu den Daten und Fakten der einzelnen Berufe enthält die Veröffentlichung auch die rechtlichen Grundlagen, Angaben zu Ausbildungsziel, Ausbildungsdauer sowie die Voraussetzungen für den Zugang zur jeweiligen Ausbildung. Ergänzend werden Forschungsprojekte und Publikationen des BIBB sowie Hinweise zu Portalen mit weiterführenden Informationen übersichtlich dargestellt. Abgerundet wird das Angebot durch eine aktuelle BIBB-Auswahlbibliografie zu den Gesundheitsfachberufen.

REHACARE.de; Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Mehr über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) unter: www.bibb.de