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Specials
Frauenrecht mit Handicap
Spannende Gespräche in der Frauenrunde
© Weibernetz e.V.
18.04.2006
Mit Angela Merkel an der Macht erwarteten viele, dass neue Akzente in der Frauenpolitik gesetzt werden. Vorläufiges Fazit nach vier Monaten Regierungszeit: Frauenpolitik hat für Kanzlerin Merkel nicht die oberste Priorität. Daher ist es umso wichtiger, dass sich Organisationen wie das Weibernetz e.V. für die rund vier Millionen behinderten Frauen in Deutschland einsetzen.Denn behinderte Frauen sind benachteiligt. Sie stehen in der Rangordnung der Diskriminierungen ganz unten. Die UNO berichtet, dass behinderte Mädchen und Frauen doppelt so oft von sexualisierter Gewalt betroffen sind wie nichtbehinderte Frauen. Daher war auch eine Reform in Deutschlands Sexualstrafrecht lange überfällig. Der Bundestag verabschiedete 2003 viele der Forderungen, die das Weibernetz gestellt hatte. "Nun werden Sexualdelikte an behinderten Frauen mit dem gleichen Strafmaß belastet, wie sexuelle Vergehen an nichtbehinderten", sagt Martina Puschke, Vertreterin des Kasseler Vereins.
Sind behinderte Frauen auf der einen Seite oft Missbrauchsopfer, werden sie von der Gesellschaft aber als "geschlechtslos" wahrgenommen. Das erschwere die Akzeptanz dieser Frauen in der Mutterrolle, weiß Puschke. Das spiegelt sich wieder in nicht barrierefreien Entbindungsstationen, Kindergärten und Schulen.
Und scheinbar rechnet die Gesellschaft auch nicht damit, dass Frauen mit Handicaps Arbeitskräfte sind. Denn 1999 zum Beispiel hatten nur 17 Prozent der behinderten Frauen Arbeit. Wird dennoch mit viel Glück ein Job gefunden, folgen Diskriminierungen auf dem Gehaltszettel. 38 Prozent der behinderten Frauen beziehen ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1.125 Euro im Vergleich zu 16,5 Prozent der nichtbehinderten Frauen.
Ob Frauen davon profitieren werden, dass Deutschland von einer Geschlechtsgenossin regiert wird, lässt sich nach der kurzen Regierungszeit noch nicht sagen. So sieht es auch Puschke: "Erst am Ende der Legislaturperiode wird sich zeigen, ob das positive Signal einer Kanzlerin in Deutschland für die Frauen Vorteile brachte."
Auch REHACARE.de hat sich instenisver mit der Thematik beschäftigt und greift das in der neuen Panorama-Kategorie "Frauen mit Handicaps" auf.
REHACARE.de
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