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Wegweisende Linien für Sehbehinderte und Blinde
18.01.2010
Blindenleitlinien sorgen an der
Hochschule Esslingen für mehr
Barrierefreiheit; © Mack
Blindenleitlinien und eine Treppenstufenkennzeichnung bieten an der Hochschule Esslingen künftig bessere Orientierung.
Blindenleitlinien sind in öffentlichen Gebäuden in Deutschland relativ ungewöhnlich. Maximal in Bahnhöfen sind solche Systeme zu finden, in anderen öffentlichen Gebäuden sind diese eher selten. Seit kurzem hat auch die Hochschule Esslingen am Standort Flandernstraße ein Orientierungssystem für Blinde und Sehbehinderte.
"Es war ein langer Weg, bis das Konzept ausgearbeitet war", sagte Peter Bork, technischer Leiter am Standort Flandernstraße. Seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass diese Idee realisiert wurde. Sie entstand durch einen Mobilitätstrainer, der blinde oder stark sehbehinderte Studierende mit fremden Umgebungen vertraut macht.
So führt Gregor Köwing neue Studierende durch die Hochschule. Durch seine Erfahrungen bei der Betreuung und durch zwei Diplomarbeiten der Fakultät Betriebswirtschaft über eine "behindertengerechte Hochschule" wurde schnell klar - ein behindertengerechtes Orientierungssystem muss her. Doch auch die Finanzierung musste gesichert werden.
Ein Antrag an die Studiengebührenkommission war erfolgreich und so konnte 2009 das Konzept verwirklicht werden. In der Flandernstraße können nun sehbehinderte und blinde Menschen Fahrstühle und das Treppenhaus leichter finden, Hörsäle, Verwaltungsräume und die Bibliothek sind ebenso mit eingebunden. Durch die besondere Farbauswahl sind sie auch im Dämmerlicht gut zu sehen und aufgrund der haptischen Ausbildung gut ertastbar.
"Für jeden Sehenden ist es jedoch völlig unlogisch, warum die Leitlinien an der Wand enden", erklärte Köwing. "Für die Blinden ist dies eine Orientierung. Denn nur durch eine klare Information können Sie dem Weg folgen. Fühlen Sie mit dem Blindenstock die Wand, können sie sich den weiteren Weg an der Wand entlang erfühlen und können sich so zu einer Tür oder zum Aufzug bewegen."
Auch im Aufzug werden Blinde nicht allein gelassen: Haptische Bedientasten lassen erfühlen, in welches Stockwerk man fahren möchte. Zudem wird der Halt in einem Stockwerk durch eine automatische Sprachansage angekündigt.
Waagerechte und senkrechte Linien können durch den Blindenstock ertastet werden oder sind hörbar. Sie führen zu Treppen, Aufgängen oder Aufzügen. Bei den Treppen sind jeweils die oberste und unterste Treppenstufe in rot gekennzeichnet. Diese Markierung verringert - auch bei Sehenden - erheblich das Stolperrisiko und beugt somit einer erhöhten Unfallgefahr vor.
REHACARE.de; Quelle: Hochschule Esslingen
- Mehr über die Hochschule Esslingen unter www.hs-esslingen.de
( Quelle: REHACARE.de )
