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Gut beraten bei der Medikamentenwahl
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Gut beraten bei der Medikamentenwahl
11.08.2010
Im Alter nehmen Senioren viele
verschiedene Medikamente ein;
© SXC
Nicht alle Medikamente, die jungen Patienten helfen, sind auch für ältere Menschen geeignet. Ein Forscherteam veröffentlicht deshalb eine Liste mit Medikamenten, die für alte Menschen gefährlich sind.
Da eine Krankheit im Alter oft nicht isoliert auftritt, müssen ältere Patienten häufig eine Reihe von unterschiedlichen Arzneimitteln gegen verschiedene Erkrankungen einnehmen, was das Risiko für Wechsel- und Nebenwirkungen deutlich erhöht. Deshalb hat nun eine Forschergruppe der Universität Witten/Herdecke unter Leitung von Petra Thürmann die Medikamente für den deutschen Markt zusammengestellt, die für ältere Menschen problematisch sein können. Gedacht ist die Liste als Hilfestellung für Ärzte und Apotheker zum Schutz ihrer älteren Patienten.
"Wir bieten den Ärzten auch Informationen darüber, bei welchen Erkrankungen ein Medikament wenn möglich nicht verwendet werden sollte", erklärt Thürmann. Das heißt praktisch: Hat ein älterer Patient zum Beispiel eine schlechte Nierenfunktion, sollte der Arzt auf die Verschreibung bestimmter Schmerzmittel verzichten. "So können Nebenwirkungen minimiert werden", sagt Thürmann.
Sofern vorhanden, benennt die Liste deshalb auch alternative Wirkstoffe, die weniger riskant für alte Menschen sind. "In manchen Fällen ist die Verordnung eines potenziell ungeeigneten Stoffes nicht zu vermeiden, etwa, weil es keine wirksamen Alternativen gibt. In solchen Fällen gibt es dann eine Empfehlung, wie die Dosis angepasst werden könnte und welche Maßnahmen sich eignen, um den Verlauf der Therapie zu kontrollieren", sagt Thürmann.
Die Aufstellung umfasst 83 für ältere Menschen potenziell ungeeignete Arzneimittel, darunter zum Beispiel eine Reihe von Schmerzmitteln. Für die Bestandsaufnahme haben Thürmann und die Apothekerin Stefanie Holt die wissenschaftliche Literatur auf Informationen zu gefährlichen Arzneistoffen für Ältere durchsucht. "Daraus entstand eine vorläufige Liste, die anschließend 27 Experten aus verschiedenen Fachrichtungen unabhängig voneinander bewertet und kommentiert haben. So ist in mehreren Befragungsrunden unsere Liste entstanden", beschreibt Thürmann die Vorgehensweise.
Nötig ist die Liste besonders deshalb, weil der Körper älterer Menschen häufig anders auf ein bestimmtes Medikament reagiert als der junger Menschen. Mit der Zeit verändert sich der Stoffwechsel, so dass im Alter Arzneimittel meist langsamer abgebaut werden und oftmals stärker wirken – auch dadurch steigt das Risiko für Nebenwirkungen.
REHACARE.de; Quelle: Private Universität Witten/Herdecke
- Mehr über die Private Universität Witten/Herdecke unter www.uni-wh.de
( Quelle: REHACARE.de )












