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Frühförderung: Nachilfe im Vorschulalter

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Frühförderung: Nachilfe im Vorschulalter

01.02.2007

Ob Down-Syndrom, Hör- oder Bewegungsschwächen: Frühförderung soll Entwicklungsstörungen bei Kindern im Vorschulalter entgegenwirken. Im Frühförderzentrum St. Paulus-Stift in Landau ist der leitende Arzt Dr. Karl-Heinz Spörkmann Sprecher der Frühförderung in Rheinland-Pfalz. Auf dem Sprung zur nächsten Untersuchung nahm er sich Zeit, um mit REHACARE.de zu sprechen.

Dr. Spörkmann, was versteht man unter Frühförderung?

Frühförderung meint die frühest mögliche Förderung von Kindern bis spätestens zur Einschulung. Damit sollen vorhandene Handicaps ausgeglichen oder zumindest gemindert werden.

Welche Kinder profitieren von einer Frühförderung?

Es sind Kinder, die im Vergleich zu Gleichaltrigen eine deutlich erkennbare Entwicklungsverzögerung zeigen, zum Beispiel, was ihre Bewegungen oder Sprache angeht.

 
 
 
Frühförderung geht vom Kleinkind- bis
Vorschulalter © PixelQuelle.de

Können Kinder durch Frühförderung geheilt werden?

In Fällen von Behinderungen, wie dem Down-Syndrom, können Kinder nie ganz geheilt werden. Aber durch die Therapien können sie sich weitaus mehr als man früher dachte, unter anderem hinsichtlich Bewegung oder Sprache, weiterentwickeln und ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Frühförderung an sich bringt immer etwas. Besonders dann, wenn es darum geht, die Eltern zu schulen und zu unterstützen. Von einer Frühförderung profitiert daher die ganze Familie.

Kann man zuviel fördern?

Man kann Kinder übermäßig fördern, indem man ihnen zu viel zumutet. Man merkt dann, dass sie sich plötzlich in sich zurückziehen, das Essen verweigern, unruhiger werden oder viel schreien. Wir am St. Paulus-Stift betreuen ein Kind mit höchstens zwei Behandlungen, wie zum Beispiel Logopädie und Ergotherapie. Schließlich muss es sich dann jedes Mal wieder auf neue Therapeuten einlassen. Es werden in einem Behandlungsplan Ziele festgesetzt. Manchmal müssen auch Fachkräfte diese wieder revidieren. Und Eltern haben auch bestimmte Vorstellungen, wie sich ihr Kind entwickelt. Sie müssen sich ja auch erst einmal darauf einstellen, wenn es behindert ist.

Wie findet man heraus, ob ein Kind gefördert werden muss?

Durch die allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wird meist herausgefunden, wenn das Kind auffällig ist. Es gibt standardisierte Verfahren, die aus Beobachtungen der Entwicklung von zahlreichen Kindern erwachsen sind. Man kann beispielsweise ungefähr sagen, dass ein Kind mit circa ein bis eineinhalb Jahren laufen lernt. Wenn das Kind nun stark zurück liegt, legt man für die Frühförderung Schritte fest, bis wann es bestimmte Dinge können sollte.

 
 
 
Die Unterstützung der Eltern ist
unersetzlich © PixelQuelle.de

An wen wenden sich die Eltern für eine Frühförderung?

Wenn der Kinderarzt etwas feststellt, schlägt er vor, was zu tun ist. Und er überweist an die Frühförderstellen. Die Eltern können aber auch direkt bei den Zentren anrufen.

Wie werden die Eltern in die Behandlungen einbezogen?

Die Eltern sind für die Entwicklung ihres Kindes sehr wichtig. Denn ihre Rolle kann der Therapeut nicht ersetzen. Deshalb werden die Eltern stark miteinbezogen. Die Therapeuten erklären ihnen in den Sitzungen, die häufig einmal pro Woche stattfinden, warum sie bei ihren Kindern besondere Geduld aufbringen müssen. Sie geben Ihnen sozusagen Hausaufgaben mit, wie Bewegungsübungen, die sie dann zu Hause mit ihren Kindern machen. Oder es wird gezeigt, wie man das Umfeld des Kindes gestalten kann.

Was sollten Eltern nicht tun?

Es gibt viele Angebote, die eher fragwürdig sind, wie etwa heiliges Wasser oder Tropfen, die täglich genommen innerhalb von drei Wochen Besserung versprechen. Und für diese unrealistischen Versprechungen müssen die besorgten Eltern viel Geld investieren. Sie sollten lieber auf ihr Gefühl hören und ihrem Kind eine anerkannte, sinnvolle Therapie ermöglichen.

Wo können Eltern Informationen zum Thema Frühförderung erhalten?

Es gibt ungefähr 280 Frühförderstellen in der Bundesrepublik, die man leicht im Internet oder Telefonbuch findet.

Wo wird Frühförderung angeboten?

Vorrangig gibt es Sozialpädiatrische Zentren und Frühförderstellen. In Rheinland Pfalz sind diese zumeist unter einem Dach. So können Diagnose und die Frühförderung an einem Ort stattfinden. Bei Bedarf kann dort interdisziplinär gearbeitet werden, das heißt, es gibt Fachleute zu allen Bereichen.

Was kostet die Behandlung?
Die Behandlung in den Frühförderstellen ist kostenlos und erfolgt auf Überweisung des Arztes.

- Hier geht es zu Beispielen für Frühförderung

 
 

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