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Demenz: Entlastung für pflegende Angehörige

Demenz: Entlastung für pflegende Angehörige

Foto: Junge Frau hilft alter Frau 

Die private Pflege von dementen Angehörigen kann sehr anstrengend sein. Die Ergebnisse eines Modellprojektes im Kreis Minden-Lübbecke (NRW) zeigen nun, dass es möglich ist, pflegende Angehörige nachweislich zu entlasten.

Am Modellprojekt "Entlastungsprogramm bei Demenz - EDe", gefördert vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband), nahmen rund 300 Familien, in denen ein an Demenz erkrankter Mensch versorgt wird, teil. Sie wurden von neun eigens geschulten Pflegefachkräften mehrfach zu Hause besucht, begleitet und beraten.

Professor Frank Weidner vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) in Köln, der die Leitung der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes innehatte, hob hervor, dass Beratungsbesuche in der Häuslichkeit und professionell arbeitende Gesundheitsberater zentrale Bestandteile von Entlastungsprogrammen sein müssen: "Wir konnten zeigen, dass die Familien viel besser mit den demenzbedingten Verhaltensweisen umgehen konnten und sich durch die häusliche Beratung emotional unterstützt sahen.“

Erstmals wurden im Modellprojekt EDe konsequent verschiedene Konzepte der Qualifikation, Beratung, Einschätzung, Schulung und Unterstützung in einem Entlastungsprogramm zusammengeführt. Die daraus resultierenden individuellen Unterstützungsangebote für die Familien haben sich nachweislich positiv ausgewirkt. "Die Familien haben durch das Projekt erheblich mehr zeitliche Freiräume genutzt", sagte Projektleiter Hartmut Emme von der Ahe von den Paritätischen Sozialdiensten aus Minden. "Das haben viele Angehörige als eine Art Schonzeit empfunden, in der sie nicht verantwortlich seien", so Emme von der Ahe in Bezug auf konkrete Aussagen von Projektteilnehmern weiter.

Auf Grundlage der Ergebnisse empfehlen Projektträger und wissenschaftliche Begleitung für die zukünftige Entlastung von Familien, in denen ein an Demenz erkrankter Mensch lebt und versorgt wird, Beratungs-, Schulungs- und Unterstützungskonzepte ineinander verzahnt einzuführen. Außerdem empfehlen die Experten die Förderung der Professionalität von Beraterinnen und Beratern durch zielgruppenorientierte Qualifikationsmaßnahmen. Nicht zuletzt haben sich die Angebote von wiederholten Hausbesuchen in den betroffenen Familien bewährt und werden als ein wichtiges Element der Stabilisierung komplexer Bedarfslagen gesehen.

REHACARE.de; Quelle: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.

- Mehr über das Projekt unter www.projekt-ede.de

 
 
 

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