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Migranten über Demenz aufklären
Schwerpunkt: Alzheimer/Demenz
Migranten über Demenz aufklären
27.07.2007Bei vielen Menschen mit Migrations-
hintergrund ist das Krankheitsbild
Demenz kaum bekannt © pixelio.de
Leistungen der Altenhilfe gehen vielfach an demenziell erkrankten Migranten vorbei.
Bei den jüngsten Reformvorschlägen für die Pflegeversicherung der Bundesregierung die Demenzkranken bleibt die wachsende Gruppe von älteren Migranten mit Demenz weiter außen vor. "Demenzerkrankte Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu den vergessenen Patienten des deutschen Gesundheits- und Sozialwesens", kritisieren Migrationsexperten in der gerade erschienenen Ausgabe von PRO ALTER, dem Fachmagazin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe(KDA).
Diese Feststellung deckt sich mit Aussagen des am 12. Juli verabschiedeten Nationalen Integrationsplanes, in dem die Bundesregierung über 400 Maßnahmen und Selbstverpflichtungen zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund verabschiedet hat. Darin heißt es unter anderem: "Migranten haben oft falsche Informationen zum Krankheitsbild Demenz, es ist eher ein Tabuthema. Hier fehlen entsprechende kultursensible Informations- und Beratungsangebote insbesondere für die pflegenden Angehörigen."
"Für diese Menschen gibt es derzeit kein spezifisches niedrig schwelliges pflegerisches oder soziales Versorgungskonzept", kritisieren auch Derya Wrobel und Georg Steinhoff vom Berliner IdeM-Projekt in PRO ALTER. IdeM steht für "Informationszentrum für demenziell und psychisch erkrankte sowie geistig behinderte Migranten und ihre Angehörigen". "Die Lebenssituation demenziell erkrankter Migranten in der Bundesrepublik muss immer noch als nahezu unerforscht gelten", so Wrobel und Steinhoff weiter.
Alle Forschungsergebnisse hinsichtlich der Alterungsprozesse zeigen, dass diese bei Migranten zirka fünf bis zehn Jahre früher als bei der deutschen Altersbevölkerung einsetzen. Auf die schätzungsweise rund 120.000 demenziell erkrankten Menschen in Deutschland „sind jedoch weder die Institutionen der Altenhilfe oder des Gesundheitswesens noch die Migrantenfamilien, in denen ein Großteil der Pflege geleistet wird, vorbereitet", sagt Simone Helck vom Forum für eine kultursensible Altenhilfe beim KDA.
Kuratorium Deutsche Altershilfe - Wilhelmine Lübke Stiftung e. V.
- Mehr zum KDA unter: www.kda.de
( Quelle: REHACARE.de )












