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Kommunikation im Job dank Assistenz

Kommunikation im Job dank Assistenz

Foto: Auf einem Laptop tippende Hände 

Eine Hörschädigung muss nicht gleich das berufliche Aus bedeuten. Deswegen finanzieren Integrationsämter inzwischen sogar Arbeitsassistenten für Hörgeschädigte.

Antonie Haut, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Witten / Herdecke, könnte eigentlich nicht mehr arbeiten: Seit ihrem etwa zwölften Lebensjahr lebt sie mit einer Schädigung ihres Gehörs, heute ist sie zu 80 Prozent an Taubheit grenzend schwerhörig. "Andere Menschen bekämen mit meiner Hörkurve unter Umständen schon Rente", schildert sie die Situation.

Für Antonie Haut unvorstellbar: Die gelernte Krankenschwester und studierte Pflegewissenschaftlerin arbeitet im Institut für Pflegewissenschaft und untersucht pflegewissenschaftliche Fragen rund um die Fixierung von pflegebedürftigen Menschen. "Bisher haben alle die Mehrbelastung, die durch meine Behinderung entsteht, sehr tapfer und konstruktiv mitgetragen", beschreibt sie ihre Arbeitsumgebung. Denn bei Vorträgen oder am Telefon versteht sie die Worte nur lückenhaft, im direkten Gespräch liest sie von den Lippen ab.

Doch dann kam Heike Müller: Sie befindet sich in der Weiterbildung zur Arbeitsassistentin und macht ein Praktikum bei Antonie Haut. "Ich schreibe z.B. bei Besprechungen und Veranstaltungen die Inhalte über eine externe Tastatur in einen Laptop, auf dem Frau Haut dann mitlesen kann. Die Aufgabe von einer Kommunikationsassistenz ist es, Kommunikation zwischen Hörgeschädigtem und Dritten zu ermöglichen, die ohne Assistenzleistung akustisch nicht nachvollziehbar wäre. Dies ist insbesondere bei Telefonaten, Besprechungen oder Fortbildungen erforderlich", erläutert Heike Möller ihre Arbeit.

Seit 2001 haben Schwerbehinderte einen gesetzlichen Anspruch auf Arbeitsassistenz, die es ihnen ermöglicht, weiter berufstätig zu sein. Aber für die in Nordrhein-Westfalen rund 17.000 Hörgeschädigten gibt es bisher kaum solche Hilfen. 2009 begann der erste Jahrgang in Essen unter Leitung des Deutschen Schwerhörigenbundes eine Qualifizierung zur Arbeitsassistenz für Hörgeschädigte im Beruf.

Damit besteht nun auch für Hörgeschädigte wie Antonie Haut die Möglichkeit, ihrem Beruf weiter und mit mehr Handlungsmöglichkeiten nachgehen zu können. Für Arbeitgeber ist wichtig: Reha-Träger, Integrationsämter und die Agentur für Arbeit übernehmen nach Prüfung des individuellen Bedarfes die Kosten für die notwendige Assistenz am Arbeitsplatz. Dadurch können Mitarbeiter gehalten werden, die andernfalls mit ihrer Erfahrung vielleicht verloren gingen.

REHACARE.de; Quelle: Private Universität Witten/Herdecke

- Mehr über die Private Universität Witten/Herdecke unter www.uni-wh.de
- Mehr über das Modellprojekt "Arbeitsassistenz für Hörgeschädigte im Beruf"

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 
 
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