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Altenpflege im Aus-(Bildungsnotstand)

Altenpflege im Aus-(Bildungsnotstand)

Foto: Redner am Pult 

Unter großer Beteiligung von Absolventen und Studierenden der Evangelischen Fachhochschule Berlin (EFB) fand der 8. Berlin-Brandenburger Pflegetag statt.

Rund 200 Teilnehmer aus Pflege und Ausbildung, Politik und Wissenschaft trafen sich zum Austausch und Workshops an der Hochschule. Intensiv diskutiert wurden die derzeitige Vielzahl der unterschiedlichen Ausbildungsangebote im Pflegebereich und die Notwendigkeit von einheitlichen Qualitätsstandards und Transparenz des Berufsbildes. Die Teilnehmer forderten mehr politische Unterstützung ihrer Interessen und die Einrichtung einer eigenen Pflegkammer. Konsens herrschte auch im Hinblick auf die Schaffung verbindlicher Qualitätsstandards in der Ausbildung und die Notwendigkeit zu mehr Selbstbewusstsein der Pflegenden. Dazu gehört auch die Verbesserung der Berufsimages und der Stellung der Pflegenden in der Gesellschaft.

Rainer-Maria Fritsch, Staatssekretär bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und ehemaliger Absolvent der EFB, unterstrich die politische Notwendigkeit, dem eklatanten Fachkräftemangel entgegenzuwirken und plädierte für die Zusammenlegung von Alten- und Krankenpflege zu einem Berufsbild. Darüber hinaus betonte er, dass die akademische Ausbildung unabdingbar für die Qualitätssicherung ist. Jedoch dürfe man nicht davor zurückschrecken, niederschwellige Helferberufe für Berufsgruppen mit einfachem Schulabschluss zu öffnen. Weiterer Kernpunkt seiner Rede war die finanzielle Absicherung. "Wir wollen, dass man von guter Arbeit auch gut leben kann", so sein Fazit.

Demgegenüber machte Referentin Gisela Bahr-Gäbel, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Pflegerats, darauf aufmerksam, dass die Gesellschaft vor neuen pflegerischen Herausforderungen stünde, z.B. durch Patientengruppen, wie Obdachlose und Wohnungslose sowie sozial schwache Familien, alte Behinderte und Migranten. Ihre Forderung: Alle müssen sich beteiligen; allein der Ruf nach der Politik reicht nicht aus. Pflegende sollten sich engagieren, um das Image des Berufs zu stärken. Nur so könnten Nachfrage und Kapazitäten in der Pflege gedeckt werden. „Wir brauchen eine Marke "Pflege", so das Fazit, um die Attraktivität des Berufsbildes zu steigern.

Hermann Brandenburg, Professor an der Katholischen Fachhochschule Freiburg und Universität Vallendar, forderte u. a. einen Paradigmenwechsel in der Pflege, vor allem im Umgang mit Demenzkranken, und eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft, als dritten Sektor neben Staat und Markt.

REHACARE.de; Quelle: Evangelische Fachhochschule Berlin

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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