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Vom Frühstück bis vor den Altar - möglich auf der REHACARE

Schwerpunkt: Partnerschaft

Vom Frühstück bis vor den Altar - möglich auf der REHACARE

12.10.2005

Dass es nur so von neuen Ideen und Innovationen auf der REHACARE wimmelt, das ist klar. Aber einige Neuheiten sind auch dieses Jahr besonders erwähnenswert. Wie zum Beispiel das Brautkleid für die Rollstuhlfahrerin oder der fütternde Löffel.


Sie fing mit Unterhosen an - die Modeschafferin Wilma van Ommeren. Das war vor ungefähr 8 Jahren und mittlerweile ergänzen Pyjamas, Röcke, Capes, Hosenanzüge und Jacken ihre Kreationen für Rollstuhlfahrer. Letztendlich auch endlich ein Brautkleid. Denn das hat es für Rollstuhlfahrerinnen bis jetzt noch nicht gegeben.

 
 
 
Das neue Brautkleid; © Heiss

Immer wieder wandten sich heiratswillige querschnittgelähmte Frauen an die Niederländerin - mit der Bitte an dem einen besonderen Tag im Leben genauso schön gekleidet zu sein wie andere Bräute auch. Und nun stellte die Modeschafferin ihr Kleid auf der REHACARE 2005 vor. Das Gewand ist aus Seide, mit einer vier Meter langen Schleppe, die den Rollstühlrücken verdeckt und es ist zweigeteilt - so werden Rollstuhlfahrerinnen nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

 
 
 
Unter genauer Beobachtung
© Heiss

Auf technischem Gebiet hat die Rheinland-Westfälische Technische Hochschule Aachen Bahnbrechendes erreicht. Einen elektrischen Rollstuhl, der allein durch die Mimik des Fahrers gesteuert werden kann. Da reicht ein Stirnrunzeln, das Zucken einer Augenbraue oder der Lidschlag, um den Rollstuhl in die gewünschte Richtung zu lenken. Die Rollstuhlsteuerung funktioniert durch eine Webcam, die auf den Kopf des Fahrers gerichtet ist und die Gesichtsparameter analysiert. Diese Daten werden dann übersetzt, so dass der Rollstuhl sich in Bewegung setzen kann. Auf einem kleinen Bildschirm wird des Geschehende dem Lenker mitgeteilt.

"Jetzt steht uns noch ein halbes Jahr an Felderprobung vor, um die Sicherheit des Systems in der Praxis auch hundertprozentig zu gewährleisten", erklärt einer der Mitarbeiter der vermarktenden Firma. Denn ein großes Problem war bislang, dass das System Gesichtsparameter bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen nicht zuverlässig auswerten konnte. Erstrahlte Licht zum Beispiel mal von der Seite, so warf die Nase einen Schatten - und die Webcam kam durcheinander. Aber das System ist mittlerweile so zuverlässig, dass es nach Einschätzungen des Mitarbeiters Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen kann.

 
 
 
Guten Appetit; © Heiss

Auch einer der höchsten Genüsse des Menschen wurde dieses Jahr speziell bedacht. Eine Maschine, die es Menschen mit eingeschränkter Hand- und Armfunktion erlaubt, eigenständig zu essen. Ein kleiner Löffel, der in eine Gabel greift, ist am Ende eines Roboterarms befestigt. Dieser "Greifer" nimmt die Speisen auf Basis von einprogrammierten Bewegungen aus vier verschiedenen Compartements einer Lunchbox auf und führt diese dann zum Mund. Gesteuert wird das ganze mit dem Kinn des Bedienenden. So sollte einem ausgiebigen Frühstück genauso wenig wie einer Traumhochzeit nichts mehr im Weg stehen.

REHACARE.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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