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Job-Träume verstehen und übersetzen

Job-Träume verstehen und übersetzen

Foto: Junge Frau, die nachdenkt 

Auf der Tagung "Perspektiven - Projekte zur beruflichen Integration für Menschen mit geistiger Behinderung" ging es um geeignete Methoden zur Umsetzung des Tagungsmottos.

Erhard Fischer ist Inhaber des Lehrstuhls für Sonderpädagogik IV - Pädagogik bei geistiger Behinderung an der Universität Würzburg. Gemeinsam mit der Diplompädagogin Manuela Heger leitet er seit 2008 eine wissenschaftliche Begleitstudie zum Thema "Übergang Förderschule - Beruf". Ziel ist es, Schulabgängern des Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung eine Perspektive zur Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Am Institut für Sozialdienste im österreichischen Vorarlberg bilden beispielsweise Träume der behinderten Jugendlichen den Ausgangspunkt für die Arbeitsplatzfindung: "In diesen Träumen steckt Kraft, sie sind wichtige Wegweiser", sagt die Sonderpädagogin Elisabeth Tschann. Aufgabe der Integrationsberater sei es, die Träume der jungen Menschen zu "übersetzen".

Beispiel: Ein Jugendlicher träumt davon, Arzt zu werden. Mit einer geistigen Behinderung ist das nicht möglich. Im Gespräch stellt sich heraus, dass die einfühlsame Art jener Ärzte, die der junge Mann einst im Krankenhaus erlebt hatte, seinen Berufswunsch speiste. Er selbst war ebenfalls äußerst einfühlsam und konnte gut zuzuhören. Dieses Talent brachte er nach der Phase der Berufsorientierung schließlich in einem Pflegeheim ein.

Wer auf dem ersten Arbeitsmarkt nach Jobs Ausschau hält, die individuell auf Menschen mit einer geistigen Behinderung zugeschnitten sind, sucht meist vergeblich. Laut Rolf Behncke, Geschäftsführer der "Hamburger Arbeitsassistenz", sind eher Nischenjobs gefragt, die "neu erfunden" werden müssen. Die Arbeitsassistenten aus dem Hamburger Projekt spüren derartige Nischen in Betrieben auf. Für eine junge Frau mit kognitiven Einschränkungen und einer starken Sehbehinderung etwa schufen sie in einem Unternehmen eine bis dato nicht vorgesehene Stelle als Bürobotin.

Auch Werkstätten für behinderte Menschen sind dabei, Arbeitsplätze außerhalb der Werkstätten selbst zu organisieren. In den in Würzburg beheimateten Mainfränkischen Werkstätten etwa wurden in den vergangenen 15 Jahren zahlreiche Außenarbeitsplätze geschaffen. 30 Menschen mit Behinderungen arbeiten in einem Wildpark nahe Würzburg, 140 Mitarbeiter haben Außenarbeitsplätze im Garten- und Landschaftsbau. 25 Menschen mit geistiger Behinderung sind "solo" in einem Betrieb des ersten Arbeitsmarktes integriert, wobei sie vertraglich an die Werkstatt angebunden sind.

REHACARE.de; Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

- Mehr über die Julius-Maximilians-Universität Würzburg unter www.uni-wuerzburg.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 
 
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