Hauptinhalt dieser Seite

Sprungmarken zu den verschiedenen Informationsbereichen der Seite:

Sie befinden sich hier: Aktuelles. Schwerpunkt. Schwerpunkt: Wohnen.

Licht - für ein besseres Wohnen

Schwerpunkt: Wohnen

Licht - für ein besseres Wohnen

03.07.2006

Egal ob Alt- oder Neubau, Haus, Wohnung oder Heimzimmer - die Lichtverhältnisse müssen stimmen, denn der Mensch nimmt 80 Prozent aller Informationen über die Augen auf. Und je älter der Mensch wird, desto mehr Wert legt er auf eine adäquate Beleuchtung. Der Grund liegt nahe: Im Alter schwächeln die Sinne.

 
 
 
Eine Brille ist für viele Senioren ein Muss
© PixelQuelle.de

Ältere Menschen sehen oft schlecht. Ab dem 55. Lebensjahr verkleinert sich der Gesichts- und Blickwinkel, die Pupille öffnet sich weniger, die Blendempfindlichkeit nimmt zu, ein Grauschleier legt sich über das Gesehene und die Augenlinse beginnt sich zu trüben. Um die Sehschwäche auszugleichen benötigt ein 60-Jähriger zum Beispiel zwei- bis dreimal so viel Licht wie ein 20-Jähriger, ein 80-Jähriger sogar bis zu zehnmal mehr wie ein junger Mensch.

Besonders die Augen von Demenzkranken reagieren langsamer. Das kann zu Sinnestäuschungen führen, so dass sie ein zu grelles Licht auf Linoleumböden als Wasserflecken wahrnehmen und so verunsichert werden. In der Nacht kann eine normale Beleuchtung auch schon mal irritieren und so zu gefährlichen Stürzen führen.

Nun gibt es Richtlinien für Technische Gebäudeausrüstung vom VDI, dem Verein Deutscher Ingenieure, die auch auf die richtige Beleuchtung für alte Menschen eingeht. Michael Doser, Produktmanager eines Unternehmens, das sich mit Licht-Konzepten in Pflegeheimen beschäftigt, hat bei der Erstellung der VDI-Richtlinie 6008 mitgewirkt. Darin wird die ideale Beleuchtung in Krankenhäusern, Altenheimen und generationsübergreifenden Lebensräumen beschrieben. Darunter versteht man öffentliche Gebäube, wie beispielsweise Bahnhöfe, Rathäuser, Bibliotheken, Arztpraxen, Theater und Sportstätten.

 
 
 
Das richtige Licht für die täglichen Erledigungen
© Waldmann-Derungs

Ein Zusatzlicht sollte unter anderem aktiven Rentnern im Wohnzimmer beim Lesen oder Stricken unterstützen. So die Empfehlung von Doser. In der Küche hilft es als Arbeitslicht Hobbyköchen die richtige Konserve zu finden. In der Nacht soll ein in Bettnähe angebrachtes Dimmerlicht jenen den Weg weisen, die kurzfristig das Bett verlassen müssen. "Ich empfehle eine Andimmzeit von fünf bis zehn Sekunden. So können sich die Augen langsam an die stetige Helligkeit gewöhnen, ohne dabei geblendet zu werden", rät Doser. Auch beleuchtete Lichtschalter sind in der Nacht ein Wegweiser.

Pflegebedürftigen Senioren bietet Doser eine separate Pflegeleuchte im Schlafzimmer an. Das kann als Leselicht genutzt werden, bietet dem Pflegepersonal aber auch Mehrwert als Untersuchungslicht und gute Beleuchtung, um Spritzen oder Katheter zu setzen.

Im Badezimmer sollten Lampen angebracht werden, die zur Decke leuchten. So können rutschige Wasserflecken auch von alten Menschen sofort erkannt werden. Sie erzeugen ein so genanntes indirektes Licht, das nicht blendet. Das ist auch der Grund, warum Lampen in Spiegelschränken an den Seiten und nicht mittig angebracht werden.

 
 
 
Lichtwechsel im Bürgerheim: links vor und rechts nach der Sanierung © Waldmann-Derungs

Genau wie im Badezimmer kann die falsche Beleuchtung im Flur zu vielen gefährlichen Situationen führen. Gänge sind oft ohne Fenster. Um dennoch einen natürlichen Eindruck zu erzeugen, sollte das Licht mit einer passenden Farbe versehen sein. Dadurch wird ein natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus erzeugt. Gleichzeitig soll der Flur mit viel indirektem Licht gleichmäßig ausgeleuchtet werden, damit kein störender Schatten entstehen kann. Falls Treppenstufen aus dem gleichen Material sind, wie der Fußboden, sollte der Übergang mit Licht kenntlich gemacht werden. "Dies erleichtert sehbehinderten Menschen das Treppensteigen", so Doser.

Michael Dosers Richtlinien basieren allerdings nicht auf wissenschaftlichen Forschungen, sondern auf praktischen Erfahrungen, die er in Senioren- und Pflegeheimen gesammelt hat. Sein Lichtkonzept wird auch in dem Pflegeheim Albert-Schweitzer-Haus angewendet. Die Heimleitung Steffi Becker war nach einer vierwöchigen Probezeit durchaus zufrieden: "Die Deckenleuchte in den Zimmern ist eine wunderbare Ergänzung und in den Fluren haben wir ein sehr natürliches, angenehmes, blendfreies Licht für Personal und Pflegebedürftige. Durch die neue Leuchtinstallation spüren wir die Stromersparnis bereits heute."

REHACARE.de

 
 

Mehr Informationen