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So viel Normalität wie möglich – Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz

Schwerpunkt: Wohnen

So viel Normalität wie möglich – Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz

Gerade für altersverwirrte Menschen können Wohngruppen eine wertvolle Alternative zur klassischen Heimunterbringung sein: Denn eine überschaubare Umgebung und die Einbeziehung in alltägliche Aufgaben geben Demenzkranken ein Gefühl von Sicherheit und Orientierung. Vier solche WGs für Altersverwirrte entstehen im Rahmen eines Modellprojektes zur Zeit im Raum Ahaus. 01.05.2004

Abbildung: Grundriss einer der WGs
© ESA
 
 

"Wir wollen den Bewohnern ein weitgehend normales Leben ermöglichen", erläutert Dr. Bodo de Vries von der Europäischen Seniorenakademie (EAS) das Konzept der Wohngemeinschaften. Mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und den Spitzenverbänden der Pflegekasse werden die Senioren-WGs in Westfalen gebaut und vom Fachbereich Pflege der FH Münster wissenschaftlich begleitet.

Schon an der Architektur wird der Unterschied zum Altenheim deutlich – denn die Raumaufteilung und Einrichtung der Wohngruppen orientiert sich an Privathaushalten. Ebenso der Tagesablauf: Auch hier steht nicht die Organisation der Pflege im Mittelpunkt, sondern ein möglichst normaler Lebensrhythmus für die Bewohner.

Selbstverständlich ist durch Pfleger und Präsenzkräfte eine Betreuung rund um die Uhr sichergestellt. Die Pflegekräfte übernehmen aber nur die Aufgaben, welche die Bewohner tatsächlich nicht mehr leisten können.

Bei der Bewältigung des Alltags werden die Bewohner von ihren Angehörigen und qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Die Besucher werden in den Tagesablauf integriert und können sich aktiv einbringen. Ebenso wie die Erkrankten selbst, die im Rahmen leichter hauswirtschaftlicher Tätigkeiten ihre verbliebenen Fähigkeiten nutzen und trainieren können.

Das Modellprojekt setzt auf starkes Engagement sowohl der Betroffenen als auch von Angehörigen und Ehrenamtlichen. Es ist ein Baustein in der immer wichtiger werdenden Betreuung von Menschen mit Demenz, wie auch Dr. de Vries betont: "Auch in der Pflege von Altersverwirrten wird die fortschreitende Pluralisierung der Lebensstile deutlich – wir zeigen eine Möglichkeit, wie Menschen mit Demenz in leben und wohnen können."

Zur Umsetzung des Konzeptes werden Angehörige und Bezugspersonen von Menschen mit Demenz gesucht - eine erste Informationsveranstaltung findet am 25. Mai in Ahaus statt.

 
 
 

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