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Finnland für Blinde und Sehbehinderte
Schwerpunkt: Reisen
Finnland für Blinde und Sehbehinderte
04.05.2006
Langlauf ist auch für Blinde kein
Problem; © Claudia Vielmar
Rita Schroll vom Hessischen Koordinationsbüro verbrachte gemeinsam mit fünf blinden und sehbehinderten Menschen sowied drei Begleitpersonen Ende März zehn erlebnisreiche Tage in Finnland.
Auf REHACARE.de berichtet die Diplom-Sozialarbeiterin vom Hessischen Koordinationsbüro über den Aufenthalt in Finnland, der von Frauen Outdoor e.V. organisiert wurde. Der Verein bietet die Möglichkeit Sport- und Erlebnisurlaub zu kombinieren.
Wir lebten in Salmenkyla, einem kleinen Dorf umgeben von verschiedenen zugeschneiten Seen, 20 Km von Nurmes und 150 Km von Kuopio entfernt.
Wer mochte, konnte sich direkt von dem wunderschönen Holzhaus in dem wir wohnten, die Langlaufskier anschnallen und loslaufen. Gemeinsame Skilanglaufübungen und verschiedene Ausflüge mit den Ski über Seen und durch Wälder ermöglichten, den finnischen Winter zu erleben. Ausflüge mit den Schneeschuhen oder dem Lappenmoped (eine Art Stuhl mit Kufen) stand uns alternativ zur Verfügung.
Doch selbst die sportlichsten Menschen fahren wahrscheinlich nicht nur für den Sport ins Ausland. Schließlich wollen die Besonderheiten des jeweiligen Landes auch erkundet werden. Hierzu zählt in Finnland auf jeden Fall eine Hundeschlittentour. In einem bequemen Kufensessel sitzend wurden wir jeweils von fünf Huskies, die sich aufgrund des dicken Winterfells sehr flauschig anfühlten, gezogen.
In den zehn Tagen konnten wir auch am eigenen Leib erfahren, dass man nicht gleich stirbt, wenn man in ein mit Eiswasser gefülltes Eisloch taucht. Dieses Ritual gehört zur Nutzung einer Rauchsauna. Diese Art von Sauna wird in Finnland nur zu besonderen Anlässen in Betrieb genommen, da sie mit einer speziellen, sehr aufwendigen Heizmethode funktioniert.
Finnland bietet Eisfischern optimale
Bedingungen © Claudia Vielmar
Entsprechend des Vereinsnames "Frauen Outdoor", war auch eine Outdoortour im Angebot. Bepackt mit Rucksack und Schlafsäcken fuhren die Neugieren bei minus ein Grad Kälte auf Langlaufskiern zu einer Hütte. Dort bauten wir uns eine Schneehütte, damit die ganz Eisernen von uns draußen schlafen konnten. Doch auch per Snowscouter - eine Art Moped mit Kufen - konnte man in die Hütte gelangen.
In den zehn Tagen bot sich auch die Gelegenheit für einen Stadtbummel und eine Besichtigung einer Eisskulpturenausstellung. Die Abende verbrachten wir mit Filzen, genossen täglich die im Haus integrierte Sauna und einmal auch eine finnische Massage.
Trotz des vielfältigen Programmes fanden die Mitarbeiter/innen von Frauen Outdoor e.V. noch Zeit für kleine Überraschungen. So wurde uns z. B. eines Abends gemütlich am offenen Feuer sitzend, eine Feuerzangenbowle serviert.
Morgens versorgten wir uns selbst im Haus, für Mittags nahmen wir uns ein Picknick mit oder grillten verschiedene Leckereien in einer Kota (Hütte) am offenem Feuer. Nachmittags und Abends wurden wir von zwei Finninnen mit typischen finnischen Speisen bestens versorgt.
Ich persönlich habe schon viele Urlaube mit den unterschiedlichsten Unternehmen, die Reisen für blinde und sehbehinderte Menschen anbieten, durchgeführt. Doch nirgends fand ich bisher ein so vielfältiges Angebot, dass mit so einer Selbstverständlichkeit, Engagiertheit und Offenheit für unsere Belange durchgeführt wurde, wie bei Frauen Outdoor e. V. Kein Wunsch blieb uns unerfüllt und Hilfe wurde - wenn notwendig - gerne und in einer unaufdringlichen Weise gegeben.
Obwohl die Reise für die Mitarbeiter/innen von Frauen Outdoor manchmal sicherlich nicht so entspannend war wie für uns Teilnehmer/innen, hatten wir nie das Gefühl, dass den Mitarbeiter/innen irgend etwas zuviel sei. Auch für die drei Führhunde die mitreisten, war Finnland ein Paradies, denn während des gesamten Urlaubes sahen die Hunde kaum eine Leine.
Blinde und sehbehinderte Globetrotter haben noch die Möglichkeit dieses Jahr einen Kajakkurs oder eine Reise nach Kanada zu buchen.
REHACARE.de; Quelle: Rita Schroll
- Weitere Angebote von Frauen Outdoor e.V. unter: www.frauenoutdoor.de
( Quelle: REHACARE.de )












