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Zu gut verpackt für Senioren

Zu gut verpackt für Senioren

Foto: Älterer Mann versucht ein Gurkenglas zu öffnen 

Arbeitswissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz stellten fest, dass Hersteller bei der Entwicklung ihrer Produktverpackungen oft unzureichend auf Bedürfnisse und Fähigkeiten verschiedener Verbraucher achten.

Umfragen zeigen, dass Probleme mit Verpackungen alltäglich sind. Besonders ältere Menschen sind betroffen, da sie altersbedingte Einschränkungen bei Kraft, Tastsinn und Sehfähigkeit haben.

Die Professur Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Chemnitz unter Leitung von Birgit Spanner-Ulmer führte zu diesem Thema Kundenbefragungen und Nutzertests durch. Um Probleme mit der Gebrauchstauglichkeit besser identifizieren zu können, wurde die vermeintlich sensiblere Altersgruppe der Älteren zum Auspacken an die Universität eingeladen.

21 Probanden zwischen 57 und 77 Jahren stellten sich dem Test. Dabei standen 35 verschiedene Produktverpackungen im Fokus der Untersuchung. Nur drei der getesteten Verpackungen konnten von allen Probanden geöffnet werden. Sieben Produkte stellten für über 30 Prozent der Versuchspersonen ein nicht lösbares Problem dar; allen voran ein Päckchen Hefe, das derart eingeschweißt war, dass es von 78 Prozent der Probanden nicht geöffnet werden konnte.

Die Zeiten, die benötigt wurden, um eine Verpackung zu öffnen, lagen bei der Hälfte der Produkte im Durchschnitt bei über einer halben Minute. Spitzenreiter war auch hierbei die Hefe mit durchschnittlich 40 Sekunden. Einzelne Probanden benötigten zum Öffnen bestimmter Verpackungen bis zu 90 Sekunden. Auch Getränkeverpackungen wurden untersucht. Hier erwies sich neben dem Öffnen auch das Ausgießen oftmals als schwierig. Bei manchen Verschlusssystemen verschütteten über 60 Prozent der Versuchspersonen das Getränk.

"Hersteller achten bei der Entwicklung ihrer Produktverpackungen oft unzureichend auf Bedürfnisse und Fähigkeiten der verschiedenen Verbraucher", erklärt Frank Dittrich, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Arbeitswissenschaft, und ergänzt: „Ein Klassiker sind Schraubverschlüsse von Gläsern, beispielsweise von Gurkengläsern, die nur mit extrem hohem Kraftaufwand zu öffnen sind. Gleiches gilt für zu kleine Drehverschlüsse, die nicht genügend Fläche bieten, um ausreichend Kraft zum Öffnen aufbringen zu können.“

Aber auch Verpackungen, bei denen auf eine kundenfreundliche Gestaltung geachtet wurde, müssen nicht zwangsläufig gebrauchstauglich sein. So traten auch im Versuch der Chemnitzer Arbeitswissenschaftler immer wieder nicht funktionierende Öffnungsmechanismen auf. Oder die Mechanismen, die die Nutzerfreundlichkeit erhöhen sollten, waren nicht ausreichend gekennzeichnet und wurden somit von den Probanden gar nicht wahrgenommen.

REHACARE.de; Quelle: Technische Universität Chemnitz

- Mehr über die Technische Universität Chemnitz unter www.tu-chemnitz.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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