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Richtiger Medikamenteneinsatz bei Senioren

Richtiger Medikamenteneinsatz bei Senioren

Foto: Älterer Mann umgeben von ganz vielen Medikamenten 

Der Arzneieinsatz bei älteren Patienten ist groß. Experten warnen vor der Einnahme zu vieler Medikamente.

Mit dem Alter steigt die Zahl der Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen. Durchschnittlich drei rezeptpflichtige Arzneimittel nimmt jeder über 60jährige Mensch ein. Jeder dritte Hochbetagte zwischen 75 und 85 Jahren erhält sogar mehr als acht Medikamente.

Das schafft besondere Probleme und Risiken. Besonders wichtig sei das Thema der sogenannten Polymedikation, erklärt Anja Kwetkat, Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena. Von Polymedikation sprechen Ärzte, wenn Patienten fünf und mehr Medikamente einnehmen.

„Das ist besonders häufig bei älteren Patienten der Fall, bei denen mehrere, oft chronische, Erkrankungen zusammenkommen“, so die Jenaer Geriatrie-Spezialistin. Die Einnahme mehrerer Medikamente erfordert ein spezielles Augenmerk darauf, dass diese tatsächlich helfen und nicht im Gegenteil Schaden zufügen.

„Bei der Polymedikation älterer Patienten ist die Gefahr groß, dass unerwünschte Nebenwirkungen und Interaktionen auftreten“, erklärt Kwetkat. „Der alternde Organismus reagiert anders auf die Arzneimittel, unter anderem bedingt durch eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion“, so Kwetkat. „Das muss bei der Verordnung unbedingt berücksichtigt werden.“

Folgen einer unvorsichtigen Verschreibungspraxis können ernsthafte gesundheitliche Probleme, z.B. Verwirrtheitszustände und Stürze sein. Studien aus Australien haben gezeigt, dass dort ein Drittel aller Krankenhauseinweisungen bei Hochbetagten auf Grund unerwünschter Arzneimittelwirkungen erfolgte.

Die Nebenwirkungen werden dann oft mit neuen Mitteln behandelt, statt den bereits vorhandenen Medikamentencocktail zu überprüfen. „Generell sollte in der Geriatrie die Maßgabe "Weniger ist mehr" gelten“, betont Kwetkat. Zusätzlich könnten dadurch Kosten im Gesundheitswesen gespart werden.

REHACARE.de; Quelle: Universitätsklinikum Jena

- Mehr über das Universitätsklinikum Jena unter www.uniklinikum-jena.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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