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Führhunde werden auf Reisen oft abgelehnt

Führhunde werden auf Reisen oft abgelehnt

Foto: Blindenführhund bei der Arbeit 

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, und der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, haben aktuell die Benachteiligungen blinder und sehbehinderter Menschen bei Reisen kritisiert.

Hierbei beziehen sie sich vor allem auf das Recht auf die Mitnahme von Führ- und Begleithunden in Bahn oder Flugzeug, die gesetzlich verankert ist, aber dennoch oftmals verweigert wird.

„Immer wieder erfahren wir von Fällen, in denen blinden und sehbehinderten Menschen die Begleitung durch Führhunde verweigert wird. Diese Menschen spüren dies insbesondere in der jetzt beginnenden Reisesaison, trotz klarer Rechtslage und eindeutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse“, sagen Lüders und Hüppe.

Die EU-Verordnung über Rechte von behinderten Flugreisenden und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität aus dem Jahre 2008 sehe entsprechende Vorkehrungen für Begleithunde vor, zum Beispiel die kostenlose Beförderung in der Kabine. Auch die EU-Verordnung über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr, die im Herbst 2007 in Kraft getreten ist, enthalte einen Anspruch auf Beförderung von Personen mit Behinderungen und Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Christine Lüders sowie Hubert Hüppe betonen: „Blinde und sehbehinderte Menschen müssen immer wieder darum kämpfen, ihren Blindenführhund mitzunehmen. Dabei haben etliche Studien belegt und auch das Bundesgesundheitsministerium bestätigt, dass grundsätzlich keine medizinisch-hygienischen Bedenken gegen die Mitnahme von Blindenführhunden und Assistenzhunden etwa in Lebensmittelmärkten, in Arztpraxen oder Museen durchgreifen. Die entsprechenden Stellen sind gefordert, sich endlich an diese klaren Fakten zu halten.“

Für Renate Kokartis, Leiterin des Arbeitskreises Führhundhalter beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, ist das Engagement von Lüders und Hüppe ein wichtiges Signal: „Die Mitnahme unseres Führhundes ist notwendig, da wir ohne ihn in unserer Mobilität eingeschränkt sind. Wir hoffen, dass durch diesen Appell die Verkehrsbetriebe (Bus-, Bahn- und Fluggesellschaften) die gesetzlich verankerten Regelungen bei der Mitnahme von Führhunden endlich umsetzen. Inwieweit der Aufruf auch Supermarkt-Betreiber oder ärztliche Direktoren von Krankenhäusern erreicht, bleibt abzuwarten“.

REHACARE.de; Quelle: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband

- Mehr über den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband unter www.dbsv.org

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 
 
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