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Mit künstlicher Arbeitshand wieder kräftig zupacken

Mit künstlicher Arbeitshand wieder kräftig zupacken

Foto: Künstliche Hand greift nach Gegenstand 

Forscher haben eine Handprothese entwickelt, die robuster, leichter und günstiger ist als alle bisherigen. Die künstliche Hand soll auch handwerklich anspruchsvolle Arbeiten ermöglichen.

Mit der künstlichen Arbeitshand wurde zum sechsten Mal ein Projekt aus der Universität Kassel in der Standortkampagne „Deutschland-Land der Ideen" ausgezeichnet. Am 27. September wird sie im Fachgebiet Leichtbautechnik vorgestellt.

Das Team aus Studenten und Mitarbeitern um Bernd Klein hat eine Handprothese entwickelt, die äußerst widerstandsfähig ist und sogar in staubigen oder öligen Umgebungen eingesetzt werden kann. Drei Finger und der Daumen erlauben es dem Träger zudem, nahezu jede wichtige Bewegung auch mit Kraft auszuführen. Das könnte beispielsweise für Schlosser und Monteure die Rückkehr in den alten Beruf bedeuten.

Des Weiteren soll der Handersatz, der bereits als Prototyp vorliegt, leichter und billiger sein als heutige Modelle. Statt rund 20 000 Euro liegt der angestrebte Preis bei unter 1000 Euro. Die Prothese soll dabei auch Kriegsopfern in Krisengebieten zugute kommen. Unter anderem interessiert sich das Deutsche Rote Kreuz für die Neuentwicklung.

Durch eine sensorisierte, mechanische Prothese wurden die Funktionen einer menschlichen Hand nachgebildet. Drei Finger und ein verstellbarer Daumen ermöglichen es, alle Greifbewegungen in der Arbeitswelt mit Hilfe elastischer Übertragungsglieder auszuführen.
Bewegungen des Oberkörpers steuern über einen Schultergurt die Arbeitshände. Da verschiedene Arbeitsbereiche unterschiedliche Anforderungen voraussetzen, entwickelt das Kasseler Team Prothesen für leichte und mittelschwere Tätigkeiten. Büro- sowie Werkstattarbeiten bis zu 15 Kilogramm Belastung können hiermit problemlos bewältigt werden.

Ein Mechaniker, der bei einem Motorradunfall seinen rechten Arm verloren hat, testete die Prothese bereits. Seine Arbeit konnte er durch die mechanischen Prothesen weitestgehend ausführen. Geplant ist, die Arbeitshände in ein vereinfachtes und reparaturgerechtes Seriendesign zu überführen, so dass sie kostengünstig hergestellt und auch in Ländern der Dritten Welt eingesetzt werden können.

REHACARE.de; Quelle: Universität Kassel

- Mehr über die Universität Kassel unter www.uni-kassel.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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