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Ungetrübter Blick durch die Linse

Ungetrübter Blick durch die Linse

Foto: Arzt operiert am Auge eines Patienten 

Die Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen ist eines von weltweit drei Zentren, in denen die Transplantation der Descemet’schen Membran mit darauf liegendem Endothel (DMEK) durchgeführt wird.

Bei diesem Verfahren wird nicht die gesamte Hornhaut transplantiert, sondern nur noch einzelne Gewebeschichten: weniger als einen Millimeter dick. Vorteil der für den Operateur schwierigen, aber vielversprechenden Technik: Das Auge muss nicht mehr großflächig geöffnet werden, sondern es genügt ein kleiner Schnitt. Der Eingriff ist weniger riskant als die klassische Hornhauttransplantation und der Heilungsprozess verläuft schneller.

Thomas Poetsch, bei dem Friedrich E. Kruse, Direktor der Augenklinik, die OP- Methode zum 100. Mal durchführte, berichtet: „Ich bin fasziniert von dieser präzisen Operation. Ich wurde vor einer Woche am rechten Auge operiert, ich hatte keinerlei Schmerzen und meine Genesung geht gut voran.“

Die Verpflanzung der Hornhaut des Auges (Cornea) zählt zu den ältesten, häufigsten und erfolgreichsten Transplantationen. Die Genesung ist jedoch langwierig und die Patienten erlangen meist erst nach 18 Monaten die angestrebte, verbesserte Sehschärfe. Der Ersatz von einzelnen Schichten der Cornea erfordert viel chirurgische Erfahrung, zahlt sich aber aus: „Je dünner das Transplantat ist, desto höher wird die Sehschärfe“, erklärt Kruse.

Viele DMEK-Patienten erreichen nach dem nur etwa dreimonatigen Heilungsprozess eine Sehschärfe von 80 %. Weltweit gibt es momentan drei Zentren, in denen die revolutionäre OP-Methode durchgeführt wird: die Augenklinik des Uni-Klinikums Erlangen, das Netherlands Institute for Innovative Ocular Surgery in Rotterdam und die Price Vision Group in Indianapolis (USA).

An der Augenklinik des Uni-Klinikums Erlangen werden jährlich rund 300 Augenhornhäute transplantiert. Die Klinik hat eine eigene Hornhautbank, in der sie die gespendeten Corneas kultiviert und konserviert, um so bei Bedarf schnell ein Spenderorgan zur Verfügung zu haben. „Auf eine passende Hornhautspende müssen Patienten allerdings dennoch häufig einige Zeit warten“, berichtet Kruse.

REHCARE.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

- Mehr über die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter www.uni-erlangen.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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