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Fließbandarbeiter altern schneller

Fließbandarbeiter altern schneller

Foto: Figuren arbeiten am Fließband 

Wer viele Jahre stumpfe, eintönige Arbeit am Fließband verrichtet, der altert im Kopf schneller als Kollegen mit abwechslungsreichen Tätigkeiten. Das fanden Forscher vom Institut für Arbeitsphysiologie (IfADo) der Technischen Universität Dortmund heraus.

Dass Fließbandarbeiter mit schwierigen Arbeitsbedingungen zu kämpfen haben, ist schon länger bekannt. Durch eintönige Arbeit in teils unbequemen Positionen tragen sie häufiger körperliche Schäden davon und werden so im Alter häufiger und länger krank. Welche Auswirkungen Fließbandarbeit aber auch auf die Gehirnleistung habe kann, ist bisher kaum untersucht worden.

Michael Falkenstein vom IfADo hat dafür den Fließbandarbeitern im Rahmen seines Projektes PFIFF (Programm zur Förderung und zum Erhalt intellektueller Fähigkeiten für ältere Arbeitnehmer) in die Köpfe geschaut. Den Ausgangspunkt des Projekts bildet eine Untersuchung von 91 Arbeitern der Adam Opel GmbH in Bochum. Sie mussten in einem im Werk eingerichteten Untersuchungsraum Tests am Bildschirm meistern und dabei eine vielfach verkabelte Haube aufsetzten, die es Falkensteins Team erlaubte, ihre Hirnaktivität am Elektroenzephalogramm (EEG) zu verfolgen.

Die Versuchsgruppe bestand aus je 23 jüngeren und 23 älteren Fließbandarbeitern sowie 23 älteren und 22 jüngeren Arbeitern, die einen Arbeitsplatz jenseits des Fließbandes haben. Die jüngeren Arbeiter waren zwischen 18 und 23, die älteren zwischen 48 und 58 Jahren alt. Zu absolvieren waren recht schwierige psychometrische Tests, bei denen die Probanden unter anderem möglichst schnell zwischen Aufgaben wechseln mussten – etwa mit Maus-Klicks auf Ziffern reagieren, die am Bildschirm erscheinen, je nachdem ob sie gerade oder ungerade sind, kleiner oder größer als fünf. Der Wechsel erfolgte zum Teil nach einem bestimmten Muster, das im Gedächtnis behalten werden musste.

Die Ergebnisse seiner Auswertung nennt Falkenstein „ernüchternd, aber nicht anders erwartet“: Ältere Teilnehmer, die seit vielen Jahren stumpfe, eintönige Arbeit am Fließband verrichten, sind im Kopf deutlich schneller gealtert als ihre Kollegen mit gleicher Ausbildung, aber anregenden Tätigkeiten. Anhand der EEG erkannte Falkenstein sogar: Geistig ähneln ältere Nicht-Fließband-Arbeiter, deren Arbeitsleben recht abwechslungsreich ist, viel eher den jungen Arbeitern, als ihren gleichaltrigen Kollegen am Fließband.

Falkenstein weist darauf hin, dass das Ergebnis nicht bedeute, dass Fließbandarbeiter schlechtere Arbeit machen. Die Tests zeigen lediglich, dass Fließbandarbeiter ihr Gehirn bei der Arbeit abschalten würden. Die Hände funktionierten fast automatisch, der Kopf sei ganz woanders.

REHACARE.de; Quelle: Technische Universität Dortmund

- Mehr über die Technische Universität Dortmund unter www.tu-dortmund.de

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 

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