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Nicht verkriechen - Sport für Parkinsonpatienten

Schwerpunkt: Sport

Nicht verkriechen - Sport für Parkinsonpatienten

Mit freundlicher Genehmigung des Magazins "aktiv dabei" vom Behindertensportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW).

 
 

Ohne Wehmut deutet Udo Schröers auf die vielen Pokale und Fotos aus seiner aktiven Fußballzeit und zählt seine Erfolge und Aktivitäten auf. Fußball war seine Leidenschaft, sowohl als aktiver Spieler, lizenzierter Schiedsrichter und auch als Vorstandsmitglied des SV Hohenheide. Er stand voll im Leben, bis das Schicksal ihm die Rote Karte zeigte: Parkinsonsche Krankheit war die Diagnose, die die Ärzte ihm mitteilten.

15.05.2006



Der Krankheitsverlauf war dramatisch. Vom ersten unkontrollierbaren Zittern der Hände bis zur Unfähigkeit Auto zu fahren oder leserlich zu schreiben verging nur kurze Zeit. Erwerbsunfähigkeit war die Folge und der Sturz in ein tiefes psychisches Loch. Doch Udo Schröer wollte sich mit seinem Schicksal nicht abfinden und stemmte sich gegen die drohende Vereinsamung. Die nötige Unterstützung, so betont Udo Schröer, erhielt er von seiner Familie und die Bestätigung, dass sich das Krankheitsbild positiv durch Sport beeinflussen lässt.

 
 
Foto: Patienten machen Dehnübungen 
Durch Dehnübungen wird der
Körper aufgewärmt; © aktiv dabei

Sport und ehrenamtliches Engagement waren für Udo Schröer schon immer wichtig. So entwickelte er mit Jörg Zielonka, dem Leiter der Physiotherapie im Marienkrankenhaus Wickede-Wimbern die Idee, eine Sportgruppe für Parkinsonbetroffene zu gründen. Gesagt - getan: Seit 2002 sind 15 Parkinsonsportlerinnen und -sportler dem Verein für Sport und Gesundheit e.V. am Marienkrankenhaus beigetreten.

"Wichtig ist es für Parkinsonpatienten, sich nicht in ihr Schneckenhaus zurück zu ziehen" stellt Udo Schröer fest und rät allen Betroffenen, sich einer Sportgruppe anzuschließen. Nicht nur wegen des gemeinsamen Sporttreibens, sondern auch, um sich in der Gruppe über Probleme auszutauschen, Tipps und Ratschläge von anderen Parkinsonpatienten zu bekommen und diese selbst zu unterstützen. "Das hilft, mit der heimtückischen Krankheit fertig zu werden", betont Schröer.

 
 
Foto: Patient mach Greifübungen 
Greifübungen schärfen die
Feinmotorik;© aktiv dabei

Udo Schröer, Leiter der Parkinson-Sportgruppe, ist selbst einer der eifrigsten Teilnehmer an den Übungsstunden und setzt die Vorgaben des Sporttherapeuten, Uwe Platter, genau um. Dass ausreichende sportliche Aktivität und gezieltes Training viele der Symptome der Erkrankung lindern können, weiß in der Gruppe jeder.

Nach einem gymnastischen Aufwärmprogramm werden Übungen mit dem Ball, Finger- und Greifübungen gemacht. Dann kommt Musik ins Spiel. Das Gefühl für den Rhythmus schulen, Konzentration auf die Schrittfolge im Formationstanz und gleichzeitig ein bisschen die Kondition fordern sind die Ziele. Dafür wird noch eine leichte Kräftigungsgymnastik mit dem Theraband angehängt. Durch die Auswahl verschiedener Bandstärken ist eine für das Krankheitsbild wichtige Anpassung des Kraftaufwandes optimal möglich.

 
 
Foto: Patienten arbeiten mit dem Theraband 
Verschiedene Therabandstärken
ermöglichen optimale
Kraftanstrengungen; © aktiv dabei

Dass die Teilnahme am Sport die Krankheit nicht heilen kann, ist den Teilnehmern der Parkinsongruppe bewusst. Doch sie wissen auch, dass der Sport hilft ein Leben lang mobil und selbständig zu bleiben. Daher ist der Montagnachmittag, an dem die Stunden stattfinden, ein Fixpunkt in der Wochenplanung.

Rehabilitationssport beeinflusst nicht nur die körperlichen Faktoren, sondern wirkt ganzheitlich. Daher werden Aspekte wie Spaß und Freude, Förderung sozialer Kontakte und Stärkung des Selbstbewusstseins groß geschrieben, betonen Udo Schröer und Ursula Kneer, die Vorsitzende des Vereins.

Aus diesem Grund beschränkt sich die Aktivität des Vereins auch nicht auf das reine Sporttreiben. Regelmäßig im Jahr durchgeführte Vorträge zu Themen der Gesundheit, Ausflüge, Feiern runden das Angebot ab und sorgen dafür, dass sich die Parkinson- und alle anderen Gruppen im Verein gut aufgehoben fühlen und langfristig bei der Stange bleiben.

© aktiv dabei

 
 

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