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„Wir sind keine Favoriten“ – Teil 2

Schwerpunkt: Sport

„Wir sind keine Favoriten“ – Teil 2

REHACARE.de veröffentlicht den zweiten Teil des Interviews von aktiv dabei mit Athanasios Papageorgiou, dem Bundestrainer der deutschen Standvolleyballer.01.04.2004

Foto: Athanasios Papageorgiou 
© aktiv dabei

aktivdabei: Nach vier Paralympics-Teilnahmen und -siegen in Folge wird Volleyball in Athen nicht zum paralympischen Programm gehören. Was bedeutet das für Sie und das Team?

Papageorgiou: Für beide, sowohl für das Team als auch für mich, ist es eine sehr traurige Entwicklung. Alle Volleyball-Nationen haben in Sydney heftig dagegen protestiert. Für uns war das natürlich ein Schlag und sehr unverständlich. Aber es muss auch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht werden, dass der ehemalige Präsident des WOVD, der ja inzwischen zurückgetreten ist, einen großen strategischen Fehler gemacht hat.

Er wollte die Sitzvolleyball-Damen ins paralympische Programm bringen. Aber für die Standing-Volleyballnationen hat er überhaupt nichts gemacht und hat es sogar versäumt, einen Bericht beim IPC abzugeben. Das IPC musste davon ausgehen, dass Standing-Volleyball praktisch nicht existiert. Auf jeden Fall war es für den Präsidenten unangenehm, dass eine Deutsche Nationalmannschaft viermal hintereinander Paralympics-Sieger war.

aktivdabei: Wurde nichts gegen diese Entscheidung unternommen?

Papageorgiou: Wir haben vor zwei Jahren in Athen versucht, die Entscheidung rückgängig zu machen, aber wenn man einmal raus ist, ist es schwierig wieder rein zu kommen. Vom IPC wurde aber klar gesagt, dass, wenn die Volleyballer wieder ins Programm kommen, weniger Athleten in allen anderen Sportarten zugelassen werden. Das war natürlich für alle Grund genug, direkt mit nein zu stimmen. Das Ganze ist eine sehr unglückliche Situation und die Spieler haben sich damit noch nicht abgefunden.

aktivdabei: Wie stehen die Chancen, dass wir "Papa" und sein Team 2008 in Peking siegen sehen?

Papageorgiou: Ich bin ein Realist und kann das nicht sofort bejahen. Es ist so, dass die Nationalverbände die nicht paralympischen Sportarten nicht genügend unterstützen. In Deutschland haben wir daher große Probleme, genau wie viele andere Nationen auch.

aktivdabei: Wie bereitet sich die Mannschaft auf die WM in Mettmann vor?

Papageorgiou: Wir haben eine spezielle Vorbereitung, die vor zwei Wochenenden begonnen hat. Im März haben wir noch einen Leistungslehrgang. Vom 1. April bis zum Beginn der WM führen wir noch ein Trainingslager durch. Dann kann's losgehen.

aktivdabei: Die Deutsche Nationalmannschaft wird häufig als Medaillenfavorit der WM genannt. Rechnen Sie selbst sich auch Chancen aus?

Papageorgiou: Wir sind keine Favoriten. Nach Sydney haben viele Spieler die Mannschaft verlassen. Das heißt, wir haben jetzt eine völlig neue Mannschaft und die braucht Zeit. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir mit Sicherheit eine Medaille bekommen. Wenn wir Zweiter werden, werde ich glücklich sein, wenn wir Erster werden, dann werde ich überglücklich sein.


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