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Das Spiel mit dem schweren Stein

Schwerpunkt: Sport

Das Spiel mit dem schweren Stein

Mit freundlicher Genehmigung des Magazins "aktiv dabei" vom Behindertensportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW).

Vom zehnten bis zum 19. März finden im italienischen Turin die IX. Winterparalympics statt. Erstmals gehört in diesem Jahr das Rollstuhlcurling zum Wettkampfprogramm der paralympischen Spiele. Allerdings noch ohne deutsche Beteiligung.

16.02.2006



Das Rollstuhlcurling wird erst seit 2003 offiziell in Deutschland gespielt. Der wesentliche Unterschied zum "Fußgängercurling" ist, dass nicht gewischt wird und dadurch der Stein millimetergenau gespielt werden muss.

 
 
Foto: Curling-Spieler auf dem Eis 
Am Ende eines "Ends" kommt es auf die Nähe der Steine zum "tee" an; © J. Jäger

Seit 1998 bietet der Schweizer Curling Verband zusammen mit der Rollstuhl Sport Organisation ein Curling Trainingsprogramm in den verschiedenen Curling-Eishallen an. Nach Schweizer Meisterschaften und internationalen Wettkämpfen fand in Sursee in der Nähe von Luzern die erste inoffizielle Weltmeisterschaft statt. Diese schnellen Fortschritte, nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Dänemark, Schweden, Schottland Frankreich und in Tschechien, haben gezeigt, dass Curling auch für Para- und Tetraplegiker eine attraktive Sportart ist. Mittlerweile gibt es 16 Nationen, die Rollstuhlcurling betreiben. Neu dabei sind Polen, Japan und Deutschland.

Heute hat sich Curling zu einer Wettkampfsportart entwickelt, die vor allem in Kanada mit über eine Million Aktiven und hoch dotierten Turnieren ein reges Medieninteresse geweckt hat. In Deutschland zählt Curling mit etwa 800 Aktiven zu den kleinen Verbänden im DSB. Dies soll sich jedoch in Zukunft ändern, zumal in den letzten Jahren deutsche Teams erfolgreich bei Welt- und Europameisterschaften teilnehmen konnten.

 
 
Foto: Steinabgabe beim Curling 
Mit Hilfe eines Teleskopstabes
können Rollstuhlfahrer den Stein auf
die Reise schicken; © J. Jäger

Curling war 1998 bei den olympischen Winterspielen in Nagano offizielle Medaillensportart und war 2002 in Salt Lake City auch wieder dabei. In Turin 2006 wird Curling, wie bei den Spielen zuvor, vertreten sein.

Und das Spiel geht so: Auf einer zirka 43 Meter langen, besonders präparierten Eisfläche, dem "Rink", werden von zwei gegeneinander spielenden Mannschaften abwechselnd spezielle Steine über die Eisfläche geschoben. Ein Stein wiegt maximal 19.96 Kilogramm, hat einen Durchmesser von 28 Zentimeter und ist aus Granit. Eer wird entweder mit der Hand oder mit einem "Stick" abgegeben. Dabei steht der Rollstuhl zur Fixierung auf einem Stück Teppich und somit fällt das "Sliden" weg. An jedem Ende des Rinks befindet sich eine Art Zielscheibe mit vier Ringen, "das Haus”.

Ein Spiel geht über fünf bis sechs Ends. Ein End ist fertig, wenn alle vier Spieler jeder Mannschaft abwechselnd je zwei Steine in Richtung des gegenüberliegenden Hauses gespielt haben. Der Grund warum es auf beiden Seiten des Spielfeldes Häuser gibt, lässt sich einfach erklären: Dem "Rücktransport" der Steine zum Anfang des Spielfelds kann so aus dem Weg gegangen werden.

Am Haus werden dann der oder die Steine der Mannschaft gewertet, die näher zum Hausmittelpunkt, dem "tee" oder auch "dolly" liegen, als die gegnerischen Steine. Der Stein muss zwischen der Hog- und der Backline liegen bleiben, ansonsten wird er aus dem Spiel genommen. Das Spiel gewinnt die Mannschaft mit den meisten Punkten (=Steinen).

- Unter www.curlingbasics.com finden Sie weitere Informationen mit Animationen über bestimmte Spielzüge und ein Lexikon über Curling
- Links zu weiteren Sportarten finden Sie im Panorama

 
 

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