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Gesund werden mit Computerspielen

Gesund werden mit Computerspielen

Foto: Frau im Datenanzug 

Wenn Computer Bewegungen erkennen, können sie für völlig neue Therapieformen eingesetzt werden. An der Technischen Universität (TU) Wien werden spielerische Trainingsverfahren entwickelt, die Patienten in eine virtuelle Welt entführen.

Man kennt das Verfahren aus Hollywood: Körperbewegungen werden mit Spezialkameras aufgezeichnet und in Bewegungen einer Computerfigur umgerechnet („Motion Capture“). Was die Produktion von Trickfilmen ermöglicht, kann nun etwas verändert auch für die Schmerztherapie hilfreich sein. Informatiker der TU Wien entwickelten ein Motion-Capture-System, das für videospielartige Bewegungstherapien in Krankenhäusern und Rehabilitationszentren eingesetzt werden kann.

Um die Bewegungsspiele zu steuern, muss man zunächst in einen Datenanzug schlüpfen, der mit kleinen, reflektierenden Kugeln besetzt ist. Acht Kameras sind im Raum montiert, alle mit Infrarot-Lichtquellen ausgestattet.

„Das Infrarotlicht wird von den Kugeln auf dem Datenanzug, die mit spezieller rückreflektierender Folie beschichtet sind, zurückgeworfen und von unseren Spezialkameras aufgezeichnet“, erklärt Hannes Kaufmann, Leiter der Virtual-Reality Gruppe. Aus den Bildern der Kameras errechnet ein Computer die genaue Position jeder Kugel und erstellt ein dreidimensionales Modell der Person. So kann jede Bewegung in Echtzeit am Bildschirm dargestellt werden.

Eine Softwarefirma in Dänemark arbeitet das Motion-Capture-System in ein Computerspiel ein. So machen etwa Patienten mit Rückenschmerzen Dehnungsübungen, und steuern dabei eine Computerfigur am Bildschirm. Werden die Übungen richtig ausgeführt, kann man die Computerfigur einen Felsen erklimmen lassen. „Man bekommt sofort auf sehr anschauliche Weise vom Computer die Rückmeldung darüber, ob die Übung richtig ausgeführt wurde“, erklärt Christian Schönauer, der als Projektassistent das System mitentwickelt hat.

Das medizinische Personal kann die Parameter des Computerprogrammes individuell an die Patienten anpassen. „Darüberhinaus wird mit Elektroden die Muskelspannung gemessen und zusätzlich als Eingabeinformation im Spiel genutzt“, fügt Kaufmann hinzu. Schafft man es, die relevanten Muskelpartien zu entspannen, wird der Schwierigkeitsgrad des Spiels geringer. Entspannung der Muskeln ist für den Therapieerfolg bei chronischen Schmerzpatienten sehr wichtig.

Wichtig war es, ein System zu entwickeln, das mit wenig Aufwand funktioniert und möglichst flexibel ist. Schließlich soll es für Patienten mit unterschiedlicher Körpergröße und verschiedenen medizinischen Problemen anwendbar sein. Die Infrarot-Spezialkameras wurden deshalb eigens für dieses Projekt entwickelt. Tests mit ersten Patienten wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Ab Herbst soll das neue Computersystem in einem holländischen Rehabilitations-Zentrum nun eingesetzt werden.

REHACARE.de; Quelle: Technische Universität Wien

- Mehr über die Technische Universität Wien unter www.tuwien.ac.at

 
 

( Quelle: REHACARE.de )

 
 
 
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